Bunt beschuht unterwegs

Christa Simon, Elsbeth Weiß, Anni Wichert, Heidi Dippel, Edith Apolle (v.li.) und Gudrun Kerst (nicht im Bild) sind die Pfieffer Latschenmacherinnen. Und die Latschen, die sie herstellen, sind fast schon richtige Kunstwerke. Fotos: Rübsam
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Christa Simon, Elsbeth Weiß, Anni Wichert, Heidi Dippel, Edith Apolle (v.li.) und Gudrun Kerst (nicht im Bild) sind die Pfieffer Latschenmacherinnen. Und die Latschen, die sie herstellen, sind fast schon richtige Kunstwerke. Fotos: Rübsam

Pfieffe. Die Pfieffer Latschenmacherinnen stellen sich vor und laden zum Latschenfest am kommenden Sonntag ein

Pfieffe. Die Pfieffer sind die Latschen. Warum der kleine Spangenberger Ortsteil diesen Beinamen bekommen hat, weiß niemand ganz genau. Tatsache ist jedoch, dass es so ist. Und anlässlich der 975-Jahrfeier vor zwei Jahren haben sich deswegen die Pfieffer Latschenmacherinnen zusammengefunden. Dabei handelt es sich um sechs Frauen. Den Ton gibt Elsbeth Weiß an, wie ihre Mitstreiterinnen lachend sagen. Sie hat das Latschen-Muster von damals so lange verbessert und überarbeitet, bis die flauschigen und bequemen Treter entstanden sind, die es heute bei den Frauen zu kaufen gibt. Wie ein kleines Uhrwerk läuft es jeden Montag, wenn sich die Rentnerinnen zum Latschenmachen – und auch ein wenig zum Tratschen, wie sie augenzwinkend erzählen – treffen. Jede von ihnen hat ihre Aufgabe: "Wir haben geguckt, wem was am besten liegt. So haben wir die Arbeit untereinander aufgeteilt", erklärt Elsbeth Weiß. Sie selbst bezeichnet sich als "Mädchen für alles".

Der Stoff, aus dem die Latschen gemacht werden, ist ein buntes Sammelsurium. "Wir verwenden Bettwäsche, Fliesdecken und sogar ausgediente Hemden von unseren Männern. Jeder bringt etwas mit", beschreibt Weiß das Procedere. Die Stoffreste werden in vielen Schichten zusammengenäht. So entsteht eine Sohle für den Latsch. Auf die fertige Sohle kommt eine Lage kuschliges Lammfell, der Oberschuh wird mit einem Fliesstoff von innen verkleidet, damit der Schuh schön warm ist. "Alles in allem ist es viel Handarbeit. Die Sohle ist sehr dick. Den Oberschuh darauf festzunähen, ist die anstregendste Arbeit. Ohne Zange geht da gar nichts", so Weiß weiter.Am Ende, nach ungefähr zehn bis zwölf Stunden Arbeit, ist ein schönes und warmes Paar Latschen entstanden, die sich optimal für den Hausgebrauch eignen.

Die Pfieffer Latschenmacherinnen stellen Schuhe für jeden in allen Größen her, ob Frau, Mann oder Kind. Mittlerweile gibt es sogar ein Modell für den Sommer. Wer sich für die Pfieffer Latschen interessiert: Die Frauen sind auf verschiedenen Märkten in der Region zu finden oder man stattet direkt der Pfieffer Latschenwerkstatt, Am Wehr 4, in Spangenberg-Pfieffe einen Besuch ab. Der lohnt sich, denn die sechs Damen sind mit ihrem Hobby eine echte Besonderheit im Kreis.

+++ EXTRA-INFO +++

Latschenfest in Pfieffe am Sonntag

Die Pfieffer Latschenmacherinnen laden am kommenden Sonntag, 29. Juni, zum ersten Latschenfest ein. Es findet auf dem Gelände Am Wehr 4, in Spangenberg Pfieffe statt. Die Feier beginnt um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst. Anschließend gibt es Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Crêpes. Zudem sind Attreaktionen für Gäste jeden Alters geplant.

Und natürlich gibt es auf dem Latschenfest eine große Auswahl an Latschen in allen Farben und Größen.

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