Corona-Krise: Einkaufen mit „Fingerspitzengefühl“

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Keine leichte Aufgabe: Einkaufen erfordert derzeit „Fingergefühl“.

Vorräte zu Hause zu haben ist richtig, aber Hamsterkäufe sind deswegen noch lange nicht nötig.

Schwalm-Eder. Seit Wochen verunsichert das Coronavirus die Menschen. Sogenannte Hamsterkäufe sind vielerorts immer noch an der Tagesordnung. Beim Blick in manchen Einkaufswagen stellt sich dann aber die Frage: „Ist das alles nötig?“

Einen gewissen Lebensmittelvorrat Daheim zu haben kann nicht falsch sein. So rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) generell zu einer privaten Notfallvorsorge, die immer gelte. Neu ist die Empfehlung des BKK sich mit einem Vorrat an Getränken und Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen einzudecken, nicht. Seit 2016 und damit lange vor dem Ausbruch der Corona-Krise gibt es eine entsprechende Broschüre, die Empfehlungen für Katastrophen wie Hochwasser, Stromausfall oder Sturm gibt. Zu finden ist diese im Internetportal des BBK.

Doch was gehört in den Vorratsschrank oder Keller? Das BBK hat in seiner Broschüre eine beispielhafte Liste veröffentlicht. Besonders wichtig sei es, im Notfall genügend Getränke zur Verfügung zu haben. Laut BBK könne ein Mensch unter Umständen nämlich drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit.

Wer es noch genauer haben möchte, kann sich seinen persönlichen Haushaltsbedarf im Vorratskalkulator auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft berechnen.

Nach Empfehlung des BBK sollte man nicht nur Essen und Trinken Zuhause haben. Auch eine Hausapotheke, eine Ausrüstung für den Fall eines Stromausfalls, Hygieneartikel, ein Rundfunkgerät und griffbereites Notfallgepäck sind ratsam.

Diese vom BBK empfohlenen Notvorräte sollten jedoch nicht gerade jetzt angeschafft werden, betont Kreispressesprecher Stephan Bürger auf Nachfrage: „Nach unserer Auffassung besteht zurzeit keine Notwendigkeit, sich einen Notvorrat anzulegen. Gleichwohl wissen wir um die Empfehlungen des Bundesamtes für den Katastrophenschutz und die Liste der Dinge, die ein Haushalt für eine autarke Selbstversorgung von bis zu zehn Tagen vorrätig haben sollte. Wir bitten aber darum diesen Vorrat nicht gerade jetzt anzuschaffen. Das soll bitte erledigt werden, wenn sich die aktuelle Situation wegen der Corona-Pandemie allgemein beruhigt hat.“

Auf den üblichen Wocheneinkauf müsse aber keiner verzichten. Nach Informationen der Kreisverwaltung sei die Versorgungslage weiter gesichert: „Die Situation in den Märkten ist überwiegend entspannt. Die Menschen, wie auch die Marktbetreiber gehen sehr verantwortungsbewusst und diszipliniert mit der gegenwärtigen Situation um“, so der Pressesprecher des Kreises weiter.

Beim Einkaufen gelte es derzeit aber Verständnis und Rücksichtnahme zu zeigen, appelliert Bürger. Da im Einzelfall, je nach Haushaltsgröße, unmöglich definiert und festgelegt werden könne, was „haushaltsübliche Mengen“ sind, seien alle gemeinsam auf die jeweilige Auslegung der Marktbetreiber und deren Angestellten angewiesen. „Wir gehen davon aus, und müssen das auch, dass hierbei mit dem notwendigen ‚Fingerspitzengefühl‘ im Einzelfall entschieden wird. Oft haben Marktbetreiber und Verkäufer auch Kenntnisse über die häusliche Situation der Kunden und können dann auch eine etwas größere Stückzahl einzelner Produkte vor den anderen Kunden rechtfertigen, sofern dies überhaupt notwendig sein sollte“, so Bürger.

Allen die in der jetzigen Situation regelmäßig für Eltern, Schwiegereltern oder Nachbarn einkaufen, rät Bürger, sich eine von diesen unterschriebene Bescheinigung ausstellen zu lassen und im Laden vorzeigen. Das sollte in der Regel helfen.

Weitere Expertentipps zum Einkaufen in der aktuellen Situation gibt es hier.

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