Wer darf dem König die Stange halten?

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Hilgershausen. Einen Bilderbogen mittelalterlicher Redewendungen spannt der Brauchtumsverein am Freitag, 31. Januar, ab 20.00 Uhr im DGZ auf.

Hilgershausen. Beim dem Vortrag über die Symbolkraft der Sprichwörter handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe unter dem Titel "Da brat mir einer einen Storch", präsentiert von Heinz Hause am Freitag, 31. Januar, ab 20.00 Uhr im Dorfgemeinschaftszentrum.

Bei seinen burggeschichtlichen Forschungen allgemein und über die Hohenburg ist Hause öfters auf Redewendungen aus der Burgenzeit und Ritterwelt gestoßen, hat diese gesammelt, ergänzt um solche aus der Historie des Handwerks, aus bäuerlicher Tradition und aus weiteren Lebensbereichen. Er erkannte in den Redewendungen Brücken in die Vergangenheit. Wenn man so will, sieht Hause sie im großen "Baumarkt der deutschen Sprache" als Fertigbauteile. Viele haben ihre Wurzeln im Mittelalter und sind heute noch populär. "Fast täglich werden wir mit Redewendungen konfrontiert. Manche sind fest in unserer umgänglichen Sprache verankert, aber wir verwenden sie, ohne uns ihrer Herkunft bewusst zu sein", sagt Hause. Viele Begriffe hätten heute eine grundlegend andere Bedeutung.

Dabei bringt Hause auch Redewendungen aus dem Sachsenspiegel, dem ältesten und bedeutendsten deutschen Rechtsbuch aus dem 13. Jahrhundert. Anhand solcher Texte kann er heute erklären, wann etwas   "gang und gäbe" war, wieso man "jemandem die Stange hält", mit anderen "Tacheles redet" oder "durch die Blume", und wieso man nichts "auf die lange Bank schieben" soll. Weil Hause selbst "mit allen Wassern gewaschen" ist, weiß er, wann jemand "rangeht wie Blücher" und wer in feudaler Zeit "als Prügelknabe herhalten" musste. Hause kennt all die Redewendungen "aus dem eff eff", kann berichten, was was "böhmische Dörfer" sind oder was es heißt, "Eulen nach Athen zu tragen".

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