Aus dem Wald in die Stadt - Jahr des Waldes: Riesen-Sitzbänke zieren Treysaer Marktplatz

Treysa. Neuerdings kann der Treysaer Johannismann nicht nur Bauklötze staunen, über das, was um ihn herum geschieht, sondern er kann sie sogar sehen

Treysa.Neuerdings kann der Treysaer Johannismann nicht nur Bauklötze staunen, über das, was um ihn herum geschieht, sondern er kann sie sogar sehen. Drei große Quader aus Pappelholz zieren seit Montag den Marktplatz von Treysa und laden zum Verweilen ein, um gemütlich etwas Frühlingssonne zu tanken oder um ein leckeres Eis zu genießen. Sie sind Teil einer deutschlandweiten Aktion zum Auftakt des internationalen Jahrs des Waldes, an dem sich auch das Forstamt Jesberg beteiligt.

600 Kilogramm-Kolosse

"Sinn dieser Aktion ist es, etwas aus dem Wald in die Städte zu tragen", sagte Forstamtsleiter Karl-Gerhard Nassauer, deshalb trügen die als Sitzbänke gedachten "Balken" auch Aufschriften, wie beispielsweise "Ich bin dein Dach über dem Kopf", "Aus mir wird deine Zeitung hergestellt" oder "Ich wärme Herz und Stube", erklärte der Forstdirektor weiter. Gemeinsam mit der Stadt Schwalmstadt habe man die etwa 600 Kilogramm schweren Kolosse aus dem Stadtwald in die Innenstadt bugsiert, beschrieb er den betriebenen Aufwand. Dabei seien sie von Edwin Elsner unterstützt worden, der mit seinem mobilen Sägewerk die Stämme unentgeltlich zugesägt hätte. "Wir wollen ein Bewusstsein für den Wald schaffen", sagte Bürgermeister Wilhelm Kröll, vor dessen Amtssitz die massiven "Möbel" jetzt stehen oder besser gesagt, liegen. Er unterstrich, die umliegenden Wälder seien nicht nur als Wirtschaftsfaktor anzusehen, sondern vor allem auch als Naherholungsgebiet. "Schwalmstadt entwickelt sich immer mehr zur Holz-Stadt", sagte er und verwies unter anderem auf die Holzverarbeitung in der ehemaligen Harthberg-Kaserne. Durch die Stürme der vergangenen Zeit sei ein nicht unerheblicher Teil des etwa 360 Hektar großen Stadtwaldes in Mitleidenschaft gezogen worden, beschrieb Schwalmstadts Revierleiter Gerhold Schmidt die aktuelle Situation, daher sollen in diesem Jahr etwa 20 Hektar wieder aufgeforstet werden.

Für Thema sensibilisieren

Für die Zukunft werde der Rohstoff Holz mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, waren sich alle einig, was sich auch in der aktuellen Debatte um regenerative Energien zeige, daher sei es wichtig, Jung und Alt für das Thema zu sensibilisieren. "Nachhaltigkeit ist ein Wort, das in der Forstwirtschaft erfunden wurde", betonte Nassauer, "und das schon vor knapp 300 Jahren", fügte er noch hinzu. Um besonders künftigen Generationen den nachwachsenden Rohstoff Holz näher zu bringen, sollen die Riesen-Sitzbänke gegen Ende des Jahres den "Schwälmer Wurzelzwergen", dem Waldkindergarten in der Igelsheide, zur Verfügung gestellt werden, sagte er abschließend.

Extra Info

Jahr der Wälder

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum internationalen Jahr der Wälder erklärt, um die nachhaltige Bewirtschaftung, Erhaltung und Entwicklung aller Wälder-Arten weltweit stärker ins Bewusstsein zu rücken. Bundesweit sind dazu vielfältige Aktionen geplant (Näheres unter www.wald2011.de). Das Forstamt Jesberg begeht am 22. Mai den Familien-Wald-Aktionstag, bei dem eine geführte Radwanderung unter dem Motto "Mit dem Förster und dem Fahrrad auf Frühlingstour" stattfinden soll.

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