Auf den Spuren Martin Bucers

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Ziegenhain. Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung tagt in der Wasserfestung.

Ziegenhain. In Ziegenhain steht die Wiege der Konfirmation – hier begann 1539 die Erfolgsgeschichte, die Bischof Dr. Martin Hein heute noch als "das Geschenk Hessens an die Welt" bezeichnet. Diesen historischen Ort, die Wasserfestung Ziegenhain, hatte sich die Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung (HKV) daher ausgesucht, um im Jubiläumsjahr ihre Jahrestagung dort abzuhalten. In der alten Festungsschule begrüßte Vorsitzender Dr. Dirk Richhardt am Vormittag die Mitgliederversammlung, Nach dem Mittagessen begann das wissenschaftliche Programm. Dekan Christian Wachter gab als Hausherr eine kleine Einführung in die historischen Gegebenheiten der Tagungsstätte. Prof. Dr. Wolfgang Breul beleuchtete die "Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung" und ihre Bedeutung für die Reformation in Hessen in ihrem historischen Kontext. Insbesondere die Annäherung an die Bewegung der "Täufer" stellte er dar, so habe es beispielsweise unter Landgraf Philipp keine Hinrichtungen gegeben, erklärte der Wissenschaftler.

Auf den Spuren Bucers

Im Anschluss führte Heinz Stübing die Besucher durch die Gassen der Festung, durch die schon Reformator Martin Bucer gegangen war. Gemeinsam mit anderen Gelehrten, hatte er vor 475 Jahren die bedeutende Schrift im Auftrag des Landgrafen verfasst. Dr. Volkmar Ortmann, Lehrbeauftragter für besondere Aufgaben im Fach Kirchengeschichte in Kassel, ging auf die seelsorgerischen Aspekte des historischen Regelwerks ein.

Am Abend begrüßte Moderator Dierk Glitzenhirn die Prälatin Marita Natt. "Als die Kirchenzuchtordnung entstand, befand sich die Reformation noch in einem experimentellen Stadium", sagte sie. "Kirche, Zucht, Ordnung – das klingt eigentlich alles furchtbar", fuhr sie fort, doch noch heute lese sie das Werk als historische Quelle. "Ich komme darin gar nicht vor", erklärte die stellvertretende Bischöfin, denn zu damaliger Zeit habe es nur eine flache Hierarchie in der Kirchenführung gegeben. "Das hätten wir heute auch manchmal gerne noch", sagte sie augenzwinkernd und entlockte dem Auditorium ein zustimmendes Nicken. "Man muss die Kirchenzuchtordnung auch heutzutage regelmäßig aus dem Regal holen und lesen", lautete ihr Resümee.Pfarrer Friedhelm Ackva sprach zum Abschluss einen Reisesegen, bevor sich die Teilnehmer auf den Heimweg begaben.

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