Dickes Plus: B.Braun legt Bilanz vor

Melsungen. Die Bilanzpressekonferenz von B.Braun begann verspätet. Schuld war die Atomkatastrophe in Japan. "Wir sind gerade dabei unser Hauptqu

Melsungen. Die Bilanzpressekonferenz von B.Braun begann verspätet. Schuld war die Atomkatastrophe in Japan. "Wir sind gerade dabei unser Hauptquartier von Tokio in den Süden des Landes zu verlegen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Ludwig Georg Braun entschuldigend. Dazu habe es noch einiger dringender Telefonate bedurft. Denn es sei nicht leicht, die von "unglaublicher Disziplin" geleiteten japanischen Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Flucht vor einem möglichen nuklearen Fallout zu überzeugen. Er selbst, so Braun weiter, sei besonders engagiert, weil er noch wenige Tage vor dem Unglück einen Marathon in Japans Hauptstadt gelaufen sei.

Dickes Plus bei allen Unternehmszahlen

Doch dies waren die einzigen schlechten Nachrichten, die der scheidende Vorstandsvorsitzende in seiner letzten Bilanzpressekonferenz zu verkünden hatte. Denn B.Braun bricht wieder einmal die eigenen Rekorde. Vor allen Unternehmenszahlen für das Jahr 2010 steht ein dickes Plus. Noch nie hat der Konzern mehr verdient. So stieg der Umsatz auf 4,42 Milliarden Euro. Ein Zuwachs von fast zehn Prozent. Parallel dazu wuchs der Jahresüberschuss um 15,8 Prozent auf beachtliche 277 Millionen Euro. Der Nachfrage-Boom führte den Konzern sogar an seine Leistungsgrenzen: "Wir waren die vergangenen 16 Monate praktisch über die ganze Produktpalette ausverkauft", so Braun. Dringend wartet der Medizintechnikhersteller aus Melsungen daher auf die Freigabe der neu errichteten Produktionsstätten durch die Zulassungsbehörden.

217 neue Mitarbeiter in Melsungen

Passend dazu ist die Zahl der Mitarbeiter am Standort Melsungen in den vergangenen zwölf Monaten um 217 von 5377 auf 5594 gestiegen. Und auch in die Zukunftsausichten sind rosig: Auch für das kommende Jahr erwartet B.Braun eine Umsatzsteigerungen von über sechs Prozent. Der Wachstumskurs wird fortgesetzt.

Nach dem die Zahlen auf dem Tisch lagen, nahm sich Braun, der den Vorstandsvorsitz am 1. April an seinen Nachfolger und bisherigen Stellvertreter Heinz-Walter Große abgeben wird, Zeit für einen persönlichen Rückblick. "Die schwersten

Stunden habe ich erlebt, wenn ich Personal entlassen musste", so der scheidende Chef. Doch dies sei in den vergangenen Jahrzehnten glücklicherweise nur zwei Mal vorgekommen. Auf die Frage, worauf er rückblickend besonders stolz sei, gab Braun eine durchaus überraschende Antwort: "Ich bin sehr stolz auf mein Familienleben", so der Ausnahme-Unternehmer, der aus einem mittelständischen Unternehmen mit 3.000 Mitarbeitern einen Weltkonzern mit über 41.000 Mitarbeitern geformt hat.

Nachfolger ist Heinz-Walter Große

"Ganz locker" werde er seinen Chefsessel räumen, versicherte er, zumal er das Privileg des besitzenden Unternehmers habe, weiterhin in die Firmengeschicke eingebunden zu sein. Ansonsten, so Braun scherzhaft, habe er nun Zeit seine Briefmarkensammlung zu ordnen. Dass mit Heinz-Walter Große nun zum ersten Mal in der Firmengeschichte ein Nicht-Familienmitglied die Geschäfte leiten wird, wollte Braun übrigens nicht so stehen lassen. "Ich kenne Herrn Große seit ich 16 Jahre alt bin", berichtete er. Dieser gehöre inzwischen quasi zur Familie.

Der Nachfolger in der Familienhierarchie, Otto Philipp Braun, der aus Brasilien in den Vorstand berufen wurde, muss sich zunächst in der Konzernleitung bewähren. Doch der neue Konzernchef reicht ihm bereits die Hand: "Er hat eine exzellente Ausbildung", betonte Große, "und wir alle werden dafür sorgen, dass auch seine Geschichte eine Erfolgsgeschichte wird."

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