Altes Proviantamt in Fritzlar wird Erstaufnahmeeinrichtung

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Schon am Freitagabend sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Insgesamt können in dem Gebäude an der L 3214 rund 500 Menschen untergebracht werden.

Fritzlar. Der Schwalm-Eder-Kreis ist dabei, eine weitere Immobilie zur Erstaufnahme von Flüchtlingen herzurichten: Und zwar das Alte Proviantamt an der L 3214 in Fritzlar. Das teilte Schwalm-Eder-Landrat Winfried Becker heute mit.

Außerdem habe das Hessische Innenministerium der Unteren Katastrophenschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises den Einsatzbefehl zur Errichtung einer Notunterkunft für bis zu 1.000 Flüchtlinge erteilt hat. Diese sollen bis Freitag, 6. November, 18 Uhr, fertiggestellt sein. Becker: "Einen solchen Befehl haben wir, aufgrund der aktuellen Lage, schon seit längerem  erwartet."

Der Schwalm-Eder-Kreis sei bereits seit mehreren Wochen intensiv auf der Suche nach geeigneten Objekten gewesen, um die Einrichtung einer Notunterkunft zu ermöglichen. "Oberstes Ziel bei dieser Suche ist es dabei gewesen, die bereits in vielen Landkreisen praktizierte Inanspruchnahme von Schulsporthallen zu vermeiden", so Landrat Becker, der dabei auch an die heftigen Diskussionen am Standort Guxhagen erinnerte.

Das Objekt China-Park in Schwalmstadt-Ziegenhain war bereits vor drei Wochen angemietet worden. Hier können bis zu 500 Menschen untergebracht werden - weitere 500 Plätze soll es jetzt im Fritzlarer Proviantamt geben. Um rechtzeitig vorbereitet zu sein, waren dort in den letzten zwei Wochen Einsatzkräfte der Feuerwehren und des DLRG im Einsatz. Landrat Becker: In dem Zusammenhang möchte ich mich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken."

Schwieriger sei es gewesen, eine zweite geeignete Liegenschaft zu finden. Becker: "Zu beachten war unter anderem auch, dass das Land Hessen aus logistischen Gründen die Unterbringung der Flüchtlinge auf wenige Standorte konzentriert fordert. Jetzt ist es gelungen, am Standort Fritzlar das ‘Alte Proviantamt’ anzumieten. Der Eigentümer ist bereit gewesen, dieses Objekt im Interesse der Schulen und Sporttreibenden in Fritzlar zur Verfügung zu stellen. Ihm war es ein wichtiges Anliegen, die Nutzung der vor Ort befindlichen Sporthallen zu vermeiden." Landrat Becker bedankte sich an dieser Stelle für die Bereitschaft, die Liegenschaft in Anspruch nehmen zu können.

Die Untere Katastrophenschutzbehörde mit all ihren ehrenamtlichen Helfern hat nunmehr die Aufgabe, neben der Fertigstellung des China-Parks in Schwalmstadt-Ziegenhain, auch die Liegenschaft in Fritzlar bis Freitag nutzbar zu machen. Insbesondere geht es um die Innenausstattung, den Brandschutz und die Herstellung der Sanitäreinrichtungen.

Becker: "Der Kreis ist ferner verantwortlich für die Betreuung, die Verpflegung und die Bereitstellung eines Sicherheitsdienstes vor Ort. Landrat Becker ist zuversichtlich, dass auch der Schwalm-Eder-Kreis diese große Herausforderung meistern wird."

Erfreut zeigte sich Becker insbesondere darüber, dass es gelungen ist, die Inanspruchnahme von Sporthallen zu vermeiden. "Eine Aussage, ob dies bei weiteren Zuweisungen weiterhin gelingt, kann heute", so Landrat Becker, "allerdings nicht verbindlich getroffen werden. Keiner weiß, wie sich die Zuwanderung weiter entwickeln werde."

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