Autos mit Charakter beim sechsten Fritzlarer Oldtimertreffen

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Sechstes Oldtimertreffen der IG Oldtimerfreunde Fritzlar: Dickes Blech und blitzender Chrom an alten Schweden und schnittigen Italienern.

Fritzlar. Altes Blech, blitzender Chrom und jede Menge schwärmerische Erinnerungen – so präsentierte sich am Sonntag das Fahrzeugtreffen, das die IG Oldtimerfreunde Fritzlar zum sechsten Mal organisiert hatte. Wahre Schätze aus den Autoschmieden dieser Welt gaben sich am Gewerbering ein Stelldichein und ließen die Herzen der Fans höher schlagen. "So einen habe ich mal als Limousine gefahren", erzählte der 65-jährige Heinz Hebeler seiner Schwiegertochter Ina und zeigte ihr den DKW F12 Cabrio, der 1964 das Werk der Auto Union verlassen hatte.

Elf Jahre später erblickte Günter Gerlachs Opel Diplomat B das Licht der Welt, "da ist kein Gramm Spachtelmasse dran", betonte der Waberner und blickte stolz auf den "cosmosblauen" Achtzylinder. Direkt daneben standen die amerikanischen Brüder aus den 50er Jahren, breite Kühlergrills und nicht enden wollende Heckflossen zogen die Freunde dieser Straßenkreuzer in ihren Bann.

Otto gehört zur Familie

Viel bescheidener kam "Otto" daher, der kleine Opel P4 hatte lediglich vier Zylinder und brachte ganze 23 PS auf die Straße – doch der betagte Kleinwagen hat eine interessante Familiengeschichte. "Den hat mein Opa vor fast 80 Jahren neu gekauft und ihn als Taxi eingesetzt", berichtete der 66-jährige Gerhard Kahl aus Wabern. Noch eine Nummer kleiner war die BMW Isetta 300 von Jochen Zinke, die mit ihrer Tür an der Fahrzeugfront immer wieder für Staunen sorgt.

Unterdessen verschaffte sich Erwin Bödicker erst einmal wieder Durchblick, akribisch säuberte er die Windschutzscheibe seines 1974er Käfer Cabrios. Mit ihm war Günter Asael aus Eschwege angereist, bei seinem Mercedes 170 DS gingen die Türen nach vorn auf und die sogenannten Winker hatte er nach eigenen Angaben nur knapp vor einem übermotivierten TÜV-Prüfer retten können. Organisator Gerd Ecklmeier zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Resonanz, "im Laufe der Jahre ist das Treffen immer weiter gewachsen", sagte er im Rückblick.

Auch am Sonntag füllte sich nach und nach der Platz, alte Schweden und schnittige Italiener waren am Nachmittag genauso zu bewundern, wie Arbeitstiere aus Wolfsburg oder Zweitakter aus Sachsen. Allen Fahrzeugen war jedoch eines gemein – im Gegensatz zu den heutigen Fortbewegungsmitteln, besaßen sie noch ein individuelles Gesicht und hatten einen eigenen Charakter.

Fotos: Köster

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