Drei Flüchtlinge machen Bundesfreiwilligendienst bei Maltesern

„Ich möchte Menschlichkeit zurückgeben!“, Flüchtlinge beim Bundesfreiwilligendienst der Malteser Nordhessen, Bu: Obeid Heimaq, Mahad Ismail und Mohamad Hasa Rishi (v.l.) absolvieren den Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern in Fritzlar. Foto: Malteser Nordhessen/Liane Linke

Flüchtlinge mit afghanischen, syrischen und somalischen Wurzeln absolvieren ihren Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern Nordhessen in Fritzlar.

Fritzlar. Als Sechsjähriger floh Obeid Heimaq aus Afghanistan nach Deutschland. Heute ist er 20 Jahre alt, spricht exzellent Deutsch und absolviert seinen Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern in Fritzlar. "Die Arbeit im Fahrdienst macht mir großen Spaß", berichtet er. "Ich fahre Patienten zum Arzt, hole Kinder von der Schule ab oder liefere das Mittagessen für den Malteser Menüservice aus." Auch der 24-jährige Mohamad Hasa Rishi aus Aleppo und Mahad Ismail, Arzt aus Somalia, absolvieren derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern Nordhessen.

Dienststellenleiterin Agnija Matheis betont: "Für uns ist es gelebte Integration, geflüchteten Menschen eine Perspektive im Bundesfreiwilligendienst zu schaffen. Es ist großartig, wie schnell sich unsere drei Bundesfreiwilligen ins Team eingefügt haben. Auf diese Weise können sie sich optimal für den Arbeitsmarkt vorbereiten." Besonders erfreulich: Durch den täglichen Austausch mit Patienten und Kollegen verbessern sich die Deutschkenntnisse rapide. In der Mittagspause wird, gemeinsam mit Kollegin Lisa Römer, Deutsch gebüffelt.

Schlafen, einkaufen, Essenkochen und irgendwie die Zeit totschlagen – so sah der Flüchtlingsalltag vor dem Bundesfreiwilligendienst aus. "Ich hatte nichts zu tun", erzählt Mahad Ismail. "Dabei hätte ich so gern etwas von der Menschlichkeit, die ich in Deutschland erfahren habe, wiedergegeben. Ich wollte mich engagieren, nicht sozial abhängig sein. Bei den Maltesern habe ich mich sofort willkommen gefühlt und meinen Platz gefunden." Nebenbei hilft Mahad Ismail ehrenamtlich als Dolmetscher bei den Rechtsstaatsschulungen, die die Malteser Nordhessen gemeinsam mit dem Amtsgericht Fritzlar für geflüchtete Menschen anbieten.

Insgesamt absolvieren bei den Maltesern Nordhessen derzeit sieben junge Menschen ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ihr Freies Soziales Jahr (FSJ). Übrigens: Auch für die Altersgruppe Ü27 ist der Bundesfreiwilligendienst eine wertvolle Möglicheit, um sich zu engagieren und beruflich Fuß zu fassen. Speziell für geflüchtete Menschen bieten die Malteser ein zusätzliches Seminar in Köln an, in dem die Grundlagen von Politik, Recht und Gesellschaft in Deutschland vermittelt werden. Dienststellenleiterin Agnija Matheis resümiert: "Ein Jahr einer sinnvollen und vielseitigen Tätigkeit nachgehen, Pluspunkte für den Lebenslauf sammeln und neue Kontakte knüpfen – das ist für alle eine starke Perspektive. Für geflüchtete Menschen kommen weitere Vorteile hinzu. Deutsch zu lernen ist wohl das Wichtigste, um in Deutschland anzukommen – sowohl im Berufsleben als auch in der Gesellschaft!"

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