In Fritzlar: Diskussion zu Massentierhaltung

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Ein Problem der Massentierhaltung ist die große Menge an Gülle, die anfällt. Wird der Boden überdüngt, ist teilweise das Grundwasser gefährdet. Foto: A. Dickhaut (nh)

Am kommenden Freitag in Fritzlar: Diskussionsrunde zum Thema Massentierhaltung.

Fritzlar. Bayer schluckt Monsanto, Freihandelsabkommen, Glyphosat – diese Themen sorgen deutschlandweit für Aufmerksamkeit. Aber was passiert eigentlich hier, in Nordhessen, direkt vor unserer Tür?

"Wie die Massentierhaltung unsere Umwelt, Landschaft und Gesundheit beeinträchtigt", zu diesem Thema veranstaltet die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung am Freitag, 7. Oktober um 20 Uhr im Haus an der Eder in Fritzlar (Waberner Straße 7) ein Podiumsgespräch.

"Landwirte und Tierhalter sind selbst Opfer eines falschen Systems, das nur auf billige Preise setzt. Wir müssen aber heute überlegen, in welchem Umfeld wir morgen leben wollen. Die Ideologie des Bauernverbandes vom grenzenlosen Wachstum ist eine Fehlentwicklung", sagt BI-Sprecher Andreas Grede, der den Abend moderieren wird.

Zu Wort kommen Experten und Betroffene aus verschiedenen Bereichen:

Dr. Markus Schimmelpfennig ist stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts Kassel und Leiter "Hygienische Dienste Region Kassel". Sein Thema sind multiresistente Keime, oft "Krankenhauskeime" genannt. Sie treten aber verstärkt auch in der Massentierhaltung auf. Welche Gefahren gehen von den Ställen aus? Immerhin werden in den Niederlanden Menschen, die in der Tierhaltung arbeiten, im Krankenhaus sofort isoliert.

Prof. Dr. Lutz Katzschner forscht an der Uni Kassel u.a. zur Umweltmeteorologie. Er geht darauf ein, ob und wie Emissionen der sogenannten "Intensivtierhaltung" die Luft belasten und ob die vorgeschriebenen Filteranlagen von Massentierställen hinreichend Schutz bieten.

Uwe Behrens reist eigens aus dem Norden aus der Region Cloppenburg/Vechta an. Er ist Sprecher des Landesnetzwerks Niedersachsen "Bauernhöfe statt Agrarfabriken", in dem über 100

Bürgerinitiativen zusammengeschlossen sind. Er kann auch als Betroffener davon berichten, wie die industrielle Tierhaltung Landschaften und Regionen vollständig verändert, Luft und Böden leiden und dadurch auch die Menschen.

Martin Häusling ist in der Region gut bekannt als Landwirtschaftsexperte und betreibt einen Bio-Bauernhof im Kellerwald. Er ist Mitglied des Europäischen Parlaments und dort u.a. Koordinator für die GRÜNEN/EFA im Agrarausschuss. Welche Entwicklungen und Fehlentwicklungen gibt es in der europäischen Politik, die ja unsere nordhessische Landwirtschaft massiv beeinflusst? Er kennt Hintergründe und auch die Tricks der Lobbyisten der Agrarindustrie.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Parken ist nur auf der Wabernerstraße möglich (nicht auf den gegenüberliegenden Firmenparkplätzen). Im zweiten Teil des Abends haben Interessierte Gelegenheit, Fragen an die Experten zu stellen.

Weitere Informationen unter www.bi-chattengau.de und auf www.facebook.com/bi.chattengau.de

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