Vier Monate, nachdem Hurrikan Matthew Haiti verwüstete: Global-Care warnt vor dem Vergessen

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Der Wasserrucksack PAUL ist eine tragbare Wasserfiltereinheit zum Einsatz in Not- und Katastrophensituationen. Ein Gerät kann am Tag 1.200 Litern Wasser filtern und so 400 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Das Foto vom November vergangenen Jahres zeigt Global-Care-Geschäftsführerin Beate Tohmé mit PAUL im Einsatz auf Haiti.
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Mit Matthew kam nicht nur Sturm sondern auch Regen. Hier sind aufgeweichte Bücher aus der Schule in Les Cayes zum Trocknen in der Sonne ausgelegt.
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Der Hurrikan hat das Dach aus Wellblech weggefegt.
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Beate Tohmé mit dem Wasserrucksack PAUL.
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Diese Engel bastelten Kinder eines Fritzlarer Kindergartens für die Kinder in Haiti.
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Der Hurrikan Matthew sorgte im Oktober letzten Jahres auf Haiti für so große Verwüstungen, dass die Menschen dort noch lange darunter zu leiden haben werden.

Geschäftsführerin des Fritzlarer Kinderhilfswerks war auf der Karibik-Insel.

Fritzlar. Gut vier Monate ist es her, dass die Karibikinsel Hispaniola von dem schweren Hurrikan Matthew heimgesucht wurde – einem Wirbelsturm der Kategorie 5, der höchsten, die es in der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala gibt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h fegte Matthew über die Insel und hinterlies eine Spur der Verwüstung. Etwa 1.000 Menschen verloren ihr Leben.

„Leider wird Haiti oft von Naturkatastrophen heimgesucht“, sagt Beate Tohmé, Geschäftsführerin des Fritzlarer Kinderhilfswerks Global-Care. Und Tohmé erinnert an das Erdbeben von 2010, bei dem über 300.000 Menschen getötet, weitere 300.000 Menschen verletzt und circa 1,85 Mio Menschen obdachlos wurden.

„Haiti – ohnehin das ärmste Land der westlichen Hemisphäre – hat sich noch lange nicht von den Folgen dieses Erdbebens erholt, da wird es mit Hurrikan Matthew schon von der nächsten Naturkatastrophe heimgesucht“, sagt Tohmé. Zwar sei die Zahl der Toten bei weitem nicht so hoch wie bei dem Erdbeben im Januar 2010, dennoch habe der Sturm die Bevölkerung hart getroffen.

„Abgesehen davon, dass wieder einmal tausende Menschen obdachlos geworden sind“, erzählt Tohmé, die im November vor Ort war, um sich ein Bild von der Lage zu machen, „sind erneut die Ernten vernichtet worden.“ Einerseits durch den Sturm selbst, andererseits durch den orkanartigen Regen, den Matthew mit sich brachte, oder aber durch Schlamm- und Gerölllawinen, die der Hurrikan auslöste, und die Felder und Plantagen unter sich begruben.

150 Ziegen angeschafft

Aktuell hat das Fritzlarer Kinderhilfswerk 70.000 Euro als Soforthilfe bereitgestellt. Tohmé: „Damit wurden zunächst einmal Nahrungsmittelpakete finanziert. Außerdem haben wir zwei Wasserrucksäcke PAUL angeschafft, einer tragbaren Wasserfiltereinheit, die Menschen mit sauberem Wasser versorgt.“

Des Weiteren ist das Geld für die Neubedachung einer Grundschule in Les Cayes und von 20 Häusern vorgesehen. „Les Cayes liegt im Südwesten von Haiti und ist eine der von Matthew am stärksten betroffenen Regionen“, sagt Tohmé. Außerdem wurden 150 Ziegen angeschafft und säckeweise Saatgut verteilt. Tohmé: „Damit haben wir den Familien wieder eine Lebensgrundlage gegeben.“

Seit sieben Jahren auf Haiti

Global-Care engagiert sich seit 2010 auf Haiti. Die Hilfe dort konzentriert sich auf mehrere Projekte:

– Im September 2013 wurde in Pignon, 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince, nach zwei Jahren Bauzeit das House of Hope eingeweiht. Beate Tohmé: „Das House of Hope ist ein Zuhause für Waisen und notleidende Kinder. Es bietet 50 Kindern ohne Perspektive eine Chance auf ein besseres Leben.“

– Außerdem ist mit Unterstützung von Global Care in der Medical Clinic von St. Ard, 50 Kilometer nördlich von Port-au-Prince, eine Optikerwerkstatt entstanden

– Zudem unterstützt Global Care den Bau von Häusern für obdachlose Familien in Cabaret bei St. Ard. „Die Regierung hat der dortigen Kirchengemeinde circa ein Hektar Land für die Bebauung mit Häusern geschenkt“, erzählt Tohmé, „mit unserer Hilfe wurden dort bereits sieben Häuser finanziert und gebaut. Ein Haus mit separaten sanitären Anlagen kostet 5.000 Euro.

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Das Spendenkonto:

Kreissparkasse Schwalm-Eder Konto 0 120 000 120 BLZ 520 521 54 IBAN DE16 5205 2154 0120 0001 20 BIC HELADEF1MEG Verwendungszweck: 8060-014 – Hurrikan Haiti

Oder direkt auf www.global-care.de

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EXTRA HINTERGRUND

Haiti in Zahlen und Fakten

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Von den knapp zehn Millionen Einwohnern müssen etwa 80 Prozent von weniger als 2 US-Dollar am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben keine reguläre Arbeit.

Die Analphabetenquote liegt bei 47 Prozent, obwohl eine sechsjährige Grundschulpflicht besteht.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 61,9 bis 62,1 Jahren angegeben. Das mittlere Alter der Bevölkerung liegt bei 20,5 Jahre (2010). Die Säuglingssterblichkeit lag 2010 bei 5,8 Prozent (Deutschland: 0,03 Prozent).

Nach FAO-Angaben ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterernährt: 5,5 Millionen der 9,4 Millionen Einwohner Haitis.

Quelle: Wikipedia

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