Für Kinder in Not: In Fritzlar gibt’s jetzt LEON-Hilfe-Inseln

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Erklärten den ersten Grundschülern, wie die LEON-Hilfe-Inseln funktionieren: Ganz rechts „LEON“ und dann (hinten v.r.n.l.) Volker Schulz (Jugendkoordinator bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder), Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat, Tanja Schreier (Schuhhaus Schreier), Dieter Rost (Leiter der Polizeistation Fritzlar), Susanne Ebel (Stadtmarketing Fritzlar e.V.), Martin Kuhn (Staatliches Schulamt, Schulpsychologie), Marcus Lerch (Polizei, Regionaler Verkehrsdienst, Jugendverkehrsschule) und Lehrerin Jutta Vater (Schule an den Türmen).

13 Geschäfte, Institutionen, Dienstleistungsbetriebe, Arztpraxen etc. machen mit bei dem Projekt, das Kindern (und auch Eltern) mehr Sicherheit geben soll.

Fritzlar.

„Auf dem Schulweg, zum Sportkurs, zum Musikunterricht oder auch auf dem Weg zu Freunden sind Kinder oft alleine unterwegs“, sagt Volker Schulz, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Beruhigend sei es da, wenn es für die Kinder Orte gebe, an wo es jemanden gibt, an den sie sich wenden können, wenn sie Probleme haben. Beispielsweise bei einem Sturz mit dem Fahrrad, wenn man den Bus verpasst hat, falls man sich verlaufen hat oder von einem Fremden belästigt fühlt.

Seit dieser Woche gibt es in Fritzlar solche Orte – die sogenannten LEON-Hilfe-Inseln. Schulz: „Das sind Anlaufstellen für Kinder, die in Notfallsituationen geraten sind.“

Sein Bücherladen ist eine der LEON-Hilfe-Inseln: Buchhändler Bernd Vockeroth (re.). Links daneben LEON, Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat, Stadtmarketing-Geschäftsführerin Susanne Ebel und Polizei-Jugendkoordinator Volker Schulz. Davor die beiden Grundschüler Johannes (li.) und Baran von der Schule an den Türmen.

Am Donnerstag machten Polizei sowie Verantwortliche aus Fritzlar – Bürgermeister Hartmut Spogat, Marketingverein-Geschäftsführerin Susanne Ebel, Polizeistationleiter Dieter Rost – die ersten Grundschüler mit den LEON-Hilfe-Inseln vertraut. Bei einem Rundgang durch Fritzlar wurden den Schülern der Schule an den Türmen gezeigt, wo sich die ersten 13 LEON-Hilfe-Inseln befinden und ihnen erklärt, wie diese funktionieren.

LEON-Hilfe-Inseln können Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sein ebenso wie Kinder-, Jugend- und Familieneinrichtungen, Arztpraxen und öffentliche Institutionen. Durch ein Plakat im Schaufenster, das das Logo mit den Kinderkommissar Leon zeigt, sind die LEON-Hilfe-Inseln schnell zu finden.

„Dieses Zeichen soll Kindern die Sicherheit vermitteln, dass sie an diesen Orten Hilfe bekommen“, erklärt Susanne Ebel, Geschäftsführerin des Stadtmarketing Fritzlar e.V., und sie erzählt, wie es dazu kam, dass es in Fritzlar jetzt LEON-Hilfe-Inseln gibt: „Die Jugendkoordinatoren des Polizeipräsidiums Nordhessen kamen auf die Stadt Fritzlar und das Stadtmarketing zu und haben uns gefragt, ob wir nicht an dem Projekt teilnehmen wollten. Das war für uns natürlich gar keine Frage.“

In der Folge habe man dann erste Fritzlarer Geschäfte angesprochen, und gefragt, wer mitmachen wolle (siehe EXTRA INFO). „Absagen gab es eigentlich keine“, erzählt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat, „und wir freuen uns auch weiterhin über teilnehmende Firmen. Immerhin sind wir mit rund 3.800 Schülern der größte Schulstandort im Schwalm-Eder-Kreis.“

Toll findet auch Jutta Vater, Lehrerin der Klasse von der Schule an den Türmen, die neuen LEON-Hilfe-Inseln. „Nicht nur für Kinder sondern auch für die Eltern ist das eine schöne Sache. Denn den Eltern wird Sicherheit vermittelt“, so die Grundschullehrerin, „Eltern wissen jetzt, dass ihren Kindern geholfen wird, falls diesen – beispielsweise auf dem Schulweg – etwas passiert.“

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EXTRA INFO

Das sind die ersten LEON-Hilfe-Inseln in Fritzlar:

In Hessen gibt es bereits in zahlreichen Städten und Kommunen LEON-Hilfe-Inseln. In Fritzlar gehören in der Anfangsphase die Kita Regenbogenland, das Schuhhaus Schreier, das Bettenhaus Hammerschlag, Dom Buch Vockeroth, Uhren Reich, die St. Martin Apotheke, Spielwaren Villa Kunterbunt, das Sanitätshaus Thiel, die Galerie zum Kleinen Mann, Aura Floraldesign und die

Touristinformation sowie das Staatliche Schulamt dazu. Wer noch mitmachen will kann sich beim Stadtmarketing Fritzlar e.V. unter Tel. 05622/988-672 melden.

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