Spogat wehrt sich gegen Jugendfeuerwehrvorwürfe

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Fritzlars Bürgermeister zum angeblichen Rauswurf: „Es wird mit Unterstellungen gearbeitet, die mir bisher noch nie untergekommen sind“

Fritzlar. Mit einer Pressemitteilung reagiert Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat auf die Vorwürfe der Kreisjugendfeuerwehr, er habe diese mit ihrem in Fritzlar geplanten Großkreiszeltlager "vor die Tür gesetzt" – wegen des "Tages der Bundeswehr", der zeitgleich in der Fritzlarer "Georg-Friedrich-Kaserne" stattfindet (Lesen Sie HIER). Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Ich war ziemlich entsetzt, als ich im Extratip am vergangen Sonntag lesen musste, wie ich angeblich mit den Jugendfeuerwehren umgehe. Weiterhin wurde mit Unterstellungen gearbeitet die mir bisher noch nie untergekommen sind, zumal suggeriert wurde, ehrenamtliches Engagement würde nicht geschätzt oder ausreichend unterstützt.

"Mir ging es ausschließlich um Fragen der Sicherheit, insbesondere die Feuerwehr ist doch ein Organ zur Gefahrenabwehr. Ich hätte erwartet, dass auch vom Kreisjugendwart mehr Einsicht zur Verlegung und die objektive Suche nach einem Ersatztermin unterstützt werden. Leider wurde ein späterer Veranstaltungstermin kategorisch abgelehnt."

Nach Bekanntwerden, dass aus Berlin eine Anweisung für einen "Tag der Bundeswehr" bundesweit erging, d.h. in allen 16 Bundesländern besteht die Anordnung zur Durchführung eines solchen Tages.

Und Fritzlar als größter und attraktivster Standort gewählt wurde, traten die örtlichen Verantwortlichen der Bundeswehr an mich heran, es galt nun zu prüfen ob zwei dieser Veranstaltungen an einem Wochenende durchgeführt werden können.

In enger Rücksprache mit den Fachabteilungen in unserer Verwaltung und dem Stadtbrandinspektor, galt es für mich als zuständige Straßenverkehrsbehörde abzuwägen, wie das Verkehrsaufkommen am Samstag, den 13. Juni, zu bewerten sei. Der Aspekt der Sicherheit stand bei der Entscheidung im Vordergrund, neben ca. 1.500 Jugendlichen und Kindern, sollten noch 600 Senioren mit Bussen angefahren werden.

Aus den Erfahrungen von 2008, damals wurde ein "Tag der Offenen Tür" mit schätzungsweise 60.000 bis 70.000 Gästen erlebt, waren die Verkehrsverhältnisse katastrophal. Alle Zufahrtsstraßen waren dicht und eine geordnete Verkehrsregelung kaum möglich. Ein notwendiger Einsatz von Rettungskräften mit Abtransport zum Krankenhaus Fritzlar hätte sich nur schwerlich gestaltet. Zum Glück trat dieser Fall nicht ein.

Hinzu kommen, in diesem Jahr, die Fahrbahnsanierung und die Instandsetzung der Ederbrücke – innerstädtisch – auf der Bundesstraße 450 mit direktem Zugang zum Festplatz. Die Brücke ist nur einseitig stadtauswärts befahrbar. Bereits zu "normalen" Zeiten ist mit zähfließendem Verkehr oder längeren Wartezeiten zu rechnen – und wird beklagt.

Bis zur endgültigen Entscheidung durch den Magistrat wurden sehr viele Gespräche geführt:

1. Herr Hoffmann wurde durch das Ordnungsamt zunächst vorab informiert, dass das Zeltlager u.U. nicht stattfinden kann.

2. Bürgermeister Spogat hat mit dem Verantwortlichen für den Brandschutz im Schwalm-Eder Kreis, dem Kreisbrandinspektor Herrn Bähr, am 17. Dezember telefonisch um eine Verlegung des Austragungsortes gebeten. Herr Bähr signalisierte sofort Verständnis für die Situation und kündigte eine Entscheidung in einer gemeinsamen Sitzung am 22. Dezember an.

3. Noch am Donnerstag, 18. Dezember, hatte ich telefonischen Kontakt mit dem Gudensberger Bürgermeister Herrn Frank Börner, um ihm die Hintergründe für eine Verlegung des Zeltlagers zu erläutern.

4. Mit dem Kreisjugendwart Herrn Hoffmann hatte ich ein langes Telefonat, um ihm deutlich zu erklären, warum zwei Großveranstaltungen nicht zeitgleich stattfinden können, ich bat mehrfach um Verständnis. Sämtliche sachlichen Gründe wurden von Herrn Hoffmann in den Wind geschlagen. Um einen Ausweichtermin bemüht, kam von Herrn H., dass es nur vom 5. bis 7. Juni 2015 möglich sei. Alle von mir vorgeschlagenen Alternativen wurden sofort abgewiesen. Dieses Verhalten darf ich schon als sehr unsachlich und einseitig sowie unfair nennen.

5. Am Tag nach der gemeinsamen Sitzung der drei Jugendwarte mit dem KBI, Herrn Bähr, am 23. Dezember, (ich kam extra aus dem Urlaub) teilt mir Herr Bähr mit, dass es völlig unproblematisch war, einen Ersatztermin mit alternativen Austragungsort zu finden. Ohne große Mühen sei Gudensberg festgelegt worden. Man bedenke, dass an diesem Wochenende noch Jugend-Wettkämpfe ausgetragen werden sollen. d.h., dass vermutlich alle Einsatzabteillungen der städtischen Feuerwehr zur Organisation benötigt werden.

6. Aufgrund der Weihnachtsfeiertage konnte kein weiterer Gesprächstermin vereinbart werden.

7. "Von Schock kann keine Rede sein", denn die Verantwortlichen waren zu jeder Zeit über die besondere Situation informiert.

8. Zu " … Versuch mit der Stadt Fitzlar ins Gespräch zu kommen… keine Gesprächsbereitschaft vom Bürgermeister": Nach diesen umfangreiche Bemühungen und Telefonaten kann ich hier nur von mutwilligen und bösartigen Unterstellungen sprechen.

Persönlich darf ich noch hinzufügen, dass ich über 25 Jahre aktiver Feuerwehrmann, Atemschutzträger und Vorstandsmitglied einer Fritzlarer Stadtteilfeuerwehr war.

Die Entscheidung ist deshalb nicht leichtfertig – weder vom mir, noch von anderen Seiten –  getroffen worden, sondern dem Aspekt der Sicherheit geschuldet.

Man frage sich nur, wie im Unglücksfall – vor dem Hintergrund der Diskussion in den vergangenen Tagen – mit mir als zuständiger Straßenverkehrsbehörde umgegangen worden wäre. Ich darf an große Musikveranstaltungen mit hoher Verletztenanzahl erinnern.

Außerdem unterstützt die Stadt Fritzlar das umfangreiche Engagement aller Feuerwehrangehörigen mit einem im Herbst 2014 verabschiedeten Attraktivitätsprogramm. Der Magistrat der Stadt will den Feuerwehrangehörigen somit noch mehr Anerkennung und Wertschätzung zuteil werden zu lassen. Für die Jugendwehren heißt dies u.a.: Freier Eintritt ins Freibad, Schaffung eines finanziellen Etats für Werbezwecke, Zahlung von Aufwandsvergütungen für Stadtteiljugendwarte etc.

Soweit zur Erklärung und Stellungnahme meinerseits,

Hartmut Spogat

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