Wird Wildschwein Benny artgerecht gehalten oder nicht?

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Lebt seit rund acht Jahren bei Schades in Ungedanken: Wildschwein Benny. Diana Schade sagt: „Mit trockenem Brot darf man den Keiler jederzeit füttern.“ Foto: Knödl

Benny mag’s gern dreckig – Wildschwein in Fritzlar-Ungedanken sorgt immer wieder für Diskussionen.

Fritzlar-Ungedanken. Diana Schade ist stinksauer. Immer wieder müssen sie und ihr Mann Michael sich wegen ihres Wildschweins Benny rechtfertigen. Das steht in einem kleinen Verschlag im Fritzlarer Stadtteil Ungedanken, am Ortsausgang in Richtung Rothhelmshausen. Und angesichts der aktuellen Wetterlage steht es knöcheltief im Schlamm.

"Da fahren dann die Leute oft vorbei und meinen, dass wir das Wildschwein nicht artgerecht halten. Dann rufen die bei der Presse oder dem Veterinäramt an und beschweren sich über uns", erzählt Diana Schade.

Dr. Peter Urban, Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Landkreis bestätigt das: "Es gibt immer mal wieder Anrufe wegen des Wildschweins. Wir sind im Thema drin und an der Sache dran." Und Urban stellt klar: "Im Großen und Ganzen geht es dem Schwein gut. Es wird unserer Ansicht nach artgerecht gehalten und auch ernährt. Einzig, dass es derzeit im Schlamm steht ist verbesserungswürdig. Das haben wir Schades auch mitgeteilt, und die haben Änderung in Aussicht gestellt."

Schweine-Halter Michael Schade plant, einige Quadratmeter des Areals mit einer Betonplatte zu versehen. Oder Waschbetonplatten auszulegen. Alles andere mache keinen Sinn. Schade: "Wenn wir das Schwein auf ein Stück Wiese stellen, dann sieht es dort in zwei Tagen so aus, wie es derzeit in seinem jetzigen Gehege aussieht." In diesem Winter sei es aber leider auch besonders schlimm, so Schade, "weil es weder trocken noch richtig kalt ist." Mit den Arbeiten für die teilweise Trockenlegung des Geländes könne er auch erst beginnen, wenn es etwas trockener ist.

Ansonsten ginge es dem Schwein gut, davon würden sich täglich auch diverse Ungedankener Rentner und auch Kinder überzeugen, die Benny regelmäßig Besuche abstatten und auch füttern. "Benny hat sowas wie einen Fanclub. Und wir haben nichts dagegen, wenn er gefüttert wird", sagt Diana Schade, sofern es beispielsweise trockenes Brot sei, das Benny gegeben werde. Schade: "Das kann man bedenkenlos füttern. Auf andere Dinge bitten wir zu verzichten."

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EXTRA INFO

So kam Benny nach Ungedanken

Wildschwein Benny lebt seit rund acht Jahren bei Schades. Diana Schade erzählt: "Das Schwein war zwei Wochen alt, als wir es bekamen. Ein Hund hatte es bei einer Jagd apportiert – es war aber unverletzt." Weil sich damals weder Jäger fanden, die es erschießen wollten, noch Menschen, die es aufnehmen wollten, hätten sich Schades bereit erklärt, sich um das Schwein zu kümmern. Diana Schade: "Und Benny ist so zahm wie ein Hund, er hört aufs Wort. Wenn ich ihn rufe kommt er angetapst."

Fotos: Knödl

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