Ein Drecksack kommt selten allein

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Röllshausen. Komiker Gerd Knebel sorgt für Lachmuskelkater.

Röllshausen. Voller Saal im DGH Röllshausen und das alles wegen eines "Drecksacks". Gerd Knebel, die eine Hälfte des Komiker-Duos Badesalz, hatte auf Initiative der Freien Musikinitiative Schrecksbach in seine "Wörld of Drecksäck" eingeladen und die Schwälmer ließen sich nicht zweimal bitten. "Seid ihr gut drauf?", brüllte der Südhesse ins Publikum – "Ja!", schallte es von den Fans der Hardcore-Comedy lautstark zurück. "Das krieg' ich in 15 Minuten weg", behauptete der Ober-Drecksack auf der Bühne und nahm seine Gäste mit auf eine Reise durch die große Welt der Drecksäcke.

"Es gibt sie überall, in Syrien, der Durchgeknallte in Nordkorea wird auch immer dicker, aber der schlimmste kommt aus Limburg", babbelte Knebel schneller als so mancher Zuschauer hören konnte. Auch im alltäglichen Leben zeigte er zahlreiche unliebsame Zeitgenossen auf, schloss aber sich und die Anwesenden aus. "Wir nehmen doch alle immer unser Weidenkörbchen mit zum Einkauf", ging er ironisch auf die Plastiktüten-Problematik ein.

Kaum Zeit zum Luftholen

Polizisten, Staatsanwälte und Selbstmordattentäter waren die nächsten auf seiner Drecksack-Liste. Letzteren riet er zu guten Deutschkenntnissen, sonst kämen sie nicht an ihr Ziel. "Isch schick eusch alle in die Halle", rief er mit arabischem Akzent und das Publikum bog sich vor Lachen. Seine sehr hohe Gag-Frequenz brachte so manches Zwerchfell an seine Grenzen, doch der Meister kannte keine Gnade. "Da hat ein Frauenmörder seine Opfer in Teigtaschen gefüllt", erklärte er seine Abneigung gegen Ravioli, "aber das macht Euch hier in Röllshausen auch nix aus, oder?".

Interessante Überlegungen stellte er zur Vermeidung von Vergewaltigungen und Banküberfällen an. Wie bei Autorasern, die durch Warnungen im Radio zum Langsamfahren animiert werden, sollten künftig auch Durchsagen wie "im Stadtpark kommt es zu Polizeikontrollen" oder "vor der Sparkasse steht zur Zeit eine Streife" die Übeltäter abhalten. Zwischendurch musste sogar Dauer-Babbler Knebel mal Luft holen und die Zuschauer konnten endlich einen Zwischenapplaus platzieren. "Bullen zu provozieren ist teuer", berichtete er aus eigener Erfahrung, doch sein Kumpel hatte ihm einen guten Tipp gegeben. "Mit einem Bart und dem weißen Nachthemd von der Mutti hast du keine Probleme", so die einfache Lösung mit Blick auf das Deeskalationsverhalten der Beamten bei Polizeikontrollen.

Am Ende des zweistündigen Drecksack-Marathons bezog er noch das Publikum mit ein, die beim Lied "Gimme some lovin'" den Chor mimten. "Tschüss und schönes Wochenende", wünschte er allen zum Abschied und die Gäste machten sich mit äußerst schwerem Lachmuskelkater auf den Heimweg.

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