Ecken am runden Tisch: Akteure diskutieren Hortschließung kontrovers

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Fritzlar. Mit einigem Kompetenzgerangel startete die Diskussion über die Zukunft des Hortes der Kinderarche (wir berichteten) beim Runden Tisch im F

Fritzlar. Mit einigem Kompetenzgerangel startete die Diskussion über die Zukunft des Hortes der Kinderarche (wir berichteten) beim Runden Tisch im Fritzlarer Martin-Luther-Haus.

Der gastgebende Pfarrer Dr. Ulrich Bock leitete die Diskssion am vergangenen Mittwoch mit den Worten ein: "Es brennt. Jetzt müssen wir auch für dieses Problem Löschkrafte mobilisieren". Der Kirchenvorstandsvorsitzende Hilmar Liese machte klar, dass die Evangelische Kirche nicht die Feuerwehr sein will.  Die Kosten seien gestiegen, die Beiträge zurückgegangen, so seine Begründung. Das Land fördere die Nachmittagsbetreuung in den Schulen, also habe man entschlossen, den Hort zu schließen. Allerdings sollen die gegenwärtigen Hort-Kinder weiter betreut werden.

Die Mütter freuten sich über die Garantie, wendeten jedoch ein, dass es auch um kommende Generationen gehe.

Liese gab schließlich den schwarzen Peter weiter: "Das ist Sache der Stadt." Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange missfiel die Zuweisung: "Das können wir nicht gebrauchen. Eine Lösung muss sich in der Zusammenarbeit Aller ergeben".

Gespräche eingeschlafen

Außerdem argumentierte er, dass sich die Erwartungshaltung weiterentwickelt habe. Das schließlich wollte  Elternbeiratsvorsitzende Lara Decher nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich gehe es hier um existenzielle Fragen. Nicht ausrechnen musste sich das Plenum, ob eine tragbare Nachmittagsbetreuung oder die Finanzierung einer neuen Hartz-IV-Familie teurer kommt.

SPD-Stadtverbandschef Mario Jung hatte die Rechnung aufgemacht. Auch die anwesende Bürgermeister-Kandidatin Gerlinde Draude (SPD) schaltete sich ein und votierte eindeutig für einen Erhalt des Hortes: "Es muss eine Willenserklärung dieser Runde geben, dass man ihn erhalten möchte und dann ist es die Aufgabe der Politik, Gespräche zu führen und eine Lösung zu finden." Auch, um Fritzlar für Arbeitsplätze attraktiv zu halten, sei dies nötig. Lange betonte, durch solche Gespräche sei die Nachmittagsbetreuung der Schule an den Türmen entstanden. Kinderarchen-Leiterin Dorothee Schäfer bedauerte das Ende: "Das ist dann eingeschlafen. Leider."

Jetzt will man auch ohne definitives Pro-Hort-Votum die Gespräche wieder aufnehmen. Hartmut Spogat, Bürgermeister-Kandidat für die CDU, regte eine Gesamtlösung an, da insgesamt eher Kinder, als Plätze fehlten. "Aber wir müssen dann alle Daten haben, damit wir eine Grundlage haben, auf der wir entscheiden können," rief Spogat die Akteure auf, sich zu beteiligen.

Schließlich kippte das Gespräch durch das plötzliche Angebot von Bürgermeister Lange, für die fehlenden 20 Prozent der Kosten für den Hort (80 Prozent trägt die Stadt ohnehin)  eine Lösung zu suchen. "Welcher Betrag ist denn das? Da kann man sich doch verständigen", so das Rathausoberhaupt. Zumindestens für die Übergangszeit bis eine Ganztagsschule etabliert sei, so Lange. Die Reaktion der Kirchenleitung zu dem Vorstoß war verhalten.

Zusätzlich war eine Lösung über den Förderverein im Gespräch. Als Beispiel wurde Edermünde genannt, wo die Eltern die Betreuung komplett selbst organisieren. Fördervereinsvorsitze Barbara List könnte sich das zwar vorstellen, wies aber gleichzeitig daraufhin, dass es schon allgemein schwierig sei, überhaupt Eltern zum Engagement im Förderverein zu bewegen. Später stellte sie fest: "Was sollen die Eltern denn noch alles leisten? Außerdem würde das doch die Situation nicht verändern". Jung wandte ein, dass diesen Aufwand selbst die beste Elternschaft nicht stemmen könne.

Am Ende einigte man sich nach rund einer Stunde Diskussion darauf, eine Gesprächsrunde einzurichten, in der die Zukunft des Hortes erörtert werden soll. Lara Decher: "Genau das wollten wir doch schon seit März. Schön, wenn es endlich wirklich dazu kommt."

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