Eine Grenze durch Deutschland - Ausstellung zur Deutschen Teilung

Ziegenhain. Was wissen Schüler über die deutsche Nachkriegsgeschichte? – Zuwenig, wie aktuelle Studien belegen. Um speziell das Thema des Mauerbau

Ziegenhain. Was wissen Schüler über die deutsche Nachkriegsgeschichte? – Zuwenig, wie aktuelle Studien belegen. Um speziell das Thema des Mauerbaus zu beleuchten, hat die Bundesstiftung "Aufarbeitung" eine Ausstellung konzipiert, die mit 20 großen Plakaten den Weg vom Nachkriegsdeutschland, über die rigorose Abgrenzung des Ostens, bis hin zur friedlichen Wiedervereinigung nachzeichnet. Seit vergangenen Mittwoch ist nun diese Galerie im Atrium der Beruflichen Schulen Ziegenhain zu sehen. Jedes Plakat befasst sich mit einem Aspekt der Deutschen Teilung, so sind "Westwärts", "Mauerbau", Schießbefehl" oder "Maueralltag" nur einige Überschriften, die dort zu lesen sind. Der Besucher bekommt anhand zahlreicher Fotos und erläuternder Texte einen beklemmenden Einblick in die menschenverachtenden Methoden des DDR-Regimes. "Mir war es wichtig diese Ausstellung zu bekommen", sagte Schulleiter Karl Weinreich, "da unsere Schüler bei diesem Thema zu unbeleckt sind", so der Pädagoge weiter. "Man kann sich das heutzutage kaum noch vorstellen", sagte Landtagsabgeordnete Regine Müller bei ihrer Eröffnungsrede, vor zwei Klassen angehender Erzieher bezeichnete sie die Mauer als "Sinnbild für die zementierte Unfreiheit". Auch Bürgermeister Wilhelm Kröll wünschte sich, dass möglichst viele junge Menschen diese Ausstellung anschauen, da sie einen wichtigen Teil unserer Geschichte darstelle. "Die ältere Generation hat einen viel emotionaleren Bezug zur Mauer", erklärte Politiklehrer Andreas Eckert, mit nur einer Wochenstunde Politikunterricht könne man dieses wichtige Thema aber kaum erfassen, bedauerte er. "Was geht’s uns an?", fragte er ganz provokativ in Richtung der Schüler und zitierte anschließend aus dem Schießbefehl für die Grenztruppen der DDR. "...auch auf Frauen und Kinder...", war da zu lesen und deshalb forderte er alle auf, sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen. Anschließend nutzten zahlreiche Schüler die Gelegenheit, sich intensiv mit der deutsch-deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Die aufschlussreiche Sammlung, von der es bundesweit 70 Ausgaben gibt, ist noch bis zu den Sommerferien zu sehen und soll künftig auch mit in den Unterricht einbezogen werden.

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