Ein gut eingespieltes Team

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Treysa. Axel Keil nimmt am Gedenklauf für alle getöteten Listenhunde dieser Welt teil.

Treysa. Immer wieder prügeln die drei chinesischen Polizisten mit dicken Schlagstöcken auf den weißen Bullterrier ein. Immer brutaler werden die Hiebe, immer mehr Blut, das aus der Schnauze des Tieres läuft, ist zu sehen. Die Männer prügeln so lange, bis sich der Hund schließlich nicht mehr bewegt und tot am Boden liegen bleibt. Von aggressivem Verhalten seitens des Tieres, ist in den Anfangsszenen des Videos nichts zu sehen.Es sind Bilder, die Axel Keil aus Treysa so schnell nicht vergessen wird. "Als ich das Video vor einigen Monaten im Internet auf Facebook gesehen habe, ist es mir ganz anders geworden. Da war blanke Wut in mir, aber auch Hilflosigkeit", sagt der 48-Jährige und streichelt über das Fell seiner elfjährigen Bullterrierdame Lisa. Die quittiert mit freudigem Schwanzwedeln.Um das im Video Gesehene zu kompensieren, entschloss sich der Treysaer zu einem Gedenklauf für den im Video getöteten Bullterrier.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und ihren zwei Bullterriern Atze und Trixi und natürlich seiner Hündin Lisa machte sich das Gespann am 13. Juli auf den Weg von Marburg ins 180 Kilometer entfernte Köln. Sieben Tage haben sie für die Strecke gebraucht, geschlafen wurde in der Wildnis.

Unterstützung auf der Tour

"Während der Tour haben wir viel Unterstützung erfahren. Von Ablehnung wegen unserer Hunde, die in Deutschland als Listenhunde geführt werden, haben wir nichts gespürt. Als das Vorderrad unseres  Joggerwagens kaputt ging, bekamen wir es in einer Werkstatt unentgeltlich geschweißt. In einem Laden für Tierbedarf schenkte man uns zwei Hundeleinen, unsere hatten wir kurz vorher auf dem Weg verloren", sagt Keil. Angekommen in Köln nahm die Wandertruppe noch an einer weltweiten Gedenkveranstaltung für alle auf der Welt getöteten Listenhunde teil.Keil unterstreicht: "Mein Hund ist nicht gefährlicher als alle anderen Hunde. Wenn man mal wieder von einem Kampfhundangriff in den Medien hört, wird das besonders hervorgehoben und für alle ist wieder klar: Bullterrier und Co. sind gemeingefährlich.

Die meisten vergessen aber leider, dass kein Tier von Natur aus agressiv ist. Oft haben wir Menschen schuld am aggressiven Verhalten der Hunde – die Rasse spielt dabei aber absolut keine Rolle."  Keils nächste Tour ist bereits in Planung. Dann will das eingespielte Mensch-Hund Gepann mit dem Fahrrad von Kassel nach Paris.

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