Einkaufen ja, aber ohne Tante Emma - Dorfladen in Wolfershausen eröffnet

Wolfershausen. Die letzten Waren werden in die Regale geräumt, fleißige Hände putzen noch einmal den ganzen Laden und das Bistro nebenan. Mitten in

Wolfershausen. Die letzten Waren werden in die Regale geräumt, fleißige Hände putzen noch einmal den ganzen Laden und das Bistro nebenan. Mitten in dem Gewusel von Helfern steht Rechtsanwalt Joachim Dittmer und strahlt. Es ist Freitagabend, morgen ist die Eröffnung und der Vorsitzende des Vereins Dorfladen Wolfershausen ist jetzt einfach nur glücklich. "So werden wir das Dorf lebendig halten", sagt er zur Begrüßung.

Supermarkt machte zu

Seit mehreren Jahren verfügte der Stadtteil von Felsberg über keinen Supermarkt mehr. Auch die

ortsansässige Metzgerei hatte schon lange geschlossen. Engagierte Bürger taten sich deshalb zusammen, um einen neuen Lebensmittelladen zu schaffen. Startschuss war die 950-Jahr-Feier der 835-Seelen-Gemeinde. Initiator war der Unternehmer Erhard Umbach. Rund 400.000 Euro investierte er in den Bau des Marktes. "Wenn hier geboren ist, muss man auch etwas für die Leute tun", so seine schlichte Begründung. Da sich kein geeigneter Kaufmann fand, übernahmen die 150 Mitglieder des Vereins Dorfladen Wolfershausen den Betrieb in Eigenregie. Zahlten jeder 200 Euro für den ersten Warenbestand.

"Von den zukünftigen Einnahmen werden neue Waren gekauft, die Pacht an den Investor gezahlt und die Angestellten entlohnt", erklärt Dittmer das Geschäftsprinzip, "darüber hinaus wollen wir aber keine Gewinne machen." Aber, so fügte er an: "Das wird auch

kein Tante-Emma-Laden sein." Er meint damit: Neben der durchaus gewollten sozialen Nähe soll alles genauso modern und preisgünstig sein wie bei den großen Handelsketten.

Täglich frische Backwaren

Damit das klappt, sorgt die Firma Gutkauf dafür, dass rund 4.000 Artikel im Angebot sind. Dazu kommen frische Lebensmittel von regionalen Bio-Bauern. Die Fleischtheke bestückt die Metzgerei Blossey aus Gensungen und für täglich frische Backwaren sorgt die Bäckerei Brede aus Gudensberg.

Geöffnet hat der Dorfladen jeden Werktag von 7 bis 19 Uhr und samstags von 7 bis 16 Uhr. Darüber hinaus gibt es auch einen

Lieferservice. "Um das Angebot genau auf die Kundenwünsche abzustellen, haben wir sogar Testkäufe machen lassen", so Dittmer. Was auf dem Einkaufszettel stand, aber nicht im Regal zu finden war, wurde zusätzlich ins Sortiment aufgenommen. Hinter der Kasse liegen immer noch Zettel bereit. "Wer etwas vermisst, kann uns Bescheid sagen", so der Anwalt.

Treffpunkt zum Schnuddeln

Die meisten Verkäuferinnen kommen direkt aus dem Ort. Zu ihnen gehört auch Doris Merges. Sie sagt: "Ich finde die Idee toll, denn mit dem Laden hat das Dorf wieder einen Treffpunkt."

Dazu soll auch das kleine Bistro neben dem Laden dienen. "Hier können sich die Leute aus dem Dorf zum Schnuddeln treffen", lädt Dittmer ein, und bestellt sich einen starken Tee. "Das war kein einfacher Weg", sagt er als er sitzt und man spürt die Erleichterung in ihm. Aber so betont er zum Abschied: "Ich bin überzeugt wir werden Erfolg haben."

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