Die einzige Chefin geht in Rente

Mit ihr geht die einzige Frau an der Spitze einer Sparkasse in Hessen. Am Donnerstag verabschiedete sich Inge Fleichhut-Wolf, gerade 65 Jahre alt gewo

Mit ihr geht die einzige Frau an der Spitze einer Sparkasse in Hessen. Am Donnerstag verabschiedete sich Inge Fleichhut-Wolf, gerade 65 Jahre alt geworden, mit einem groen Fest von ihrem Posten als Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Felsberg, den sie seit 2003 inne hatte.

Feier in Rhnda mit Landrat und Vorstnden

Gefeiert wurde im Dorfgemeinschaftshaus von Rhnda. Mit dabei alle Mitarbeiter der Sparkasse sowie viele Weggefhrten. Unter anderem waren gekommen, der Prsident des Sparkassen- und Giroverband Hessen Thringen, Gerhard Grandke, die Vorstnde der Kasseler Sparkasse Dieter Mehlich und Ingo Buchholz sowie Karl-Otto Winter aus dem Vorstand der Kreissparkasse Schwalm-Eder und sowie viele weitere hochrangige Sparkassenmitarbeiter. Die Politik vertraten der Felsberger Brgermeister und Verwaltungsratsvorsitzende Volker Steinmetz sowie Landrat Frank-Martin Neuprtl.

49 Jahre treu

Zu den Besondheiten von Fleischhut-Wolf gehrt nicht nur, dass ihr Ur-Ur-Grovater 1848 einer der Grnder der Stadtparkasse Felsberg war, sondern auch, dass sie sich innerhalb des Geldinstituts vom kleinen Lehrling bis zur Vorstands-Chefin hoch gearbeitet hat und dem Geldinstitut dabei insgesamt 49 Jahre die Treue hielt.

Familir in Hessens kleinster Filiale

Von Wehmut war beim Abschied allerdings keine Spur: Ich freue mich auf die neu gewonnene Freizeit, so betonte die scheidene Vorstandsvorsitzende, insbesondere wolle sie jetzt wieder mehr Sport machen. Rckblickend hob Fleischhut-Wolf insbesondere die familire Atmosphre in einer der kleinsten Sparkassen Hessens hervor. Auch als Vorstandsvorsitzende blieb ich immer ins Kundengeschft eingebunden, erklrte sie.

Nachfolger: Ein Mann

Ein Geheimnis ihres Erfolges, genauso wie die konservative Geschftspolitik, die dafr sorgte, dass die Stadtsparkasse die Finanzmarktkrise bisher gut berstanden hat. Vertrauen, Kompetenz und Nhe sind die Garanten unserer guten Geschftsbeziehungen mit unseren Kunden, schrieb sie ihrem Nachfolger Ingo Lange ins Stammbuch.

Barabhebung auf dem Tablett

Wirklich ins Schwitzen kam Fleischhut-Wolf nach eigenen Angaben nur einmal im laufe ihrer langjhrigen Karriere: Ein Kunde kam in mein Bro, setzte sich und zog sein rotes Sparbuch aus der Brusttasche seiner Jacke heraus, erzhlte sie. Er sagte, ich mchte bis auf 1 DM alles Geld abheben. Ich gab mir die grte Mhe ihn von der Barabhebung abzubringen, aber er lie nicht davon ab. Ich schwitzte Blut und Wasser, denn hatten wir berhaupt soviel Geld im Bestand? Nach Erledigung der Formalitten kamen dann die Hauptkassiererin und der Innenrevisor und brachten ein Tablett voller Geldbndel, Scheine und Mnzen. Der Kunde bltterte das ganze Geld eine enorme Summe hin. Mehr kleine als groe Scheine. Als ich fertig war, schaute er zu mir auf, schmunzelte, sah mit groen Augen auf das Geld rusperte sich und sprach zu mir:,Ja Mdchen, mein Geld ist noch alle da, ich habe es jetzt gesehen, nun kann es wieder in den Tresor gebracht werden. (atb)

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