Erinnerung an ehemalige jüdische Bürger wird immer schwieriger

Melsungen. Die Suche nach ihnen wird immer schwieriger. Langsam aber sicher geraten die rund 64 ehemaligen jüdischen Bürger von Melsungen in Vergess

Melsungen. Die Suche nach ihnen wird immer schwieriger. Langsam aber sicher geraten die rund 64 ehemaligen jüdischen Bürger von Melsungen in Vergessenheit. "Die letzten Zeitzeugen sterben", sagt Dr. Renate Mahler-Heckmann von der Stolperstein-Initiative, die nach dem Leben der Vertriebenen und Ermordeten forscht. "und deshalb sind wir an einen Punkt gekommen, an dem uns leider sehr bewusst wird, wie wenig wir wissen."

Immer neue Puzzleteilchen

Es fänden sich viele Puzzelteilchen, die aber nicht so recht zusammenpassen wollen, berichtet Heckmann, bei Gesprächen ergäben sich immer wieder auch Widersprüche. Wer hat wo zuletzt gewohnt, diese Frage kann oft nicht mehr mit letzter Sicherheit beantwortet werden.

"Aber es wäre feige wegen Unsicherheiten einige der Stolpersteine nicht zu setzen", so Heckmann. "Drum bemühen wir uns weiter unseren ehemaligen jüdischen Bürgern Achtsamkeit zu schenken und sind so mutig, die Gedenksteine eventuell nicht an die richtige Haustüre, aber doch in die richtige Straße und vor allem in die richtige Stadt zu setzen."

Geflüchtet oder ermordet

Sechs neue Stolpersteine hat die Initiative deshalb am vergangenen Donnerstag zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig verlegt. Sie erinnern an Helene Block, die 78-jährig aus ihrer Heimatstadt deportiert und in Theresienstadt ermordet wurde, Emma und Rosel Abt, die 1938 vor dem Nazi-Terror nach Uruguay flüchteten sowie Emil, Toni und Siegmund Goldschmidt, über deren Schicksal nur wenig bekannt ist.

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