Weizen zum Heizen

Trafen sich zum Erntegespräch. Von links: Ralf Desel (Geschäftsführer HBV), Klaus Otto mit Frau Christina vom Betrieb Otto, Philipp Rudolph (Vorstand Bauernverband), Norbert Klapp (Vorsitzender RBV) und Karsten Schmal (Präsident HBV) sind insgesamt zufrieden mit der Ernte.
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Trafen sich zum Erntegespräch. Von links: Ralf Desel (Geschäftsführer HBV), Klaus Otto mit Frau Christina vom Betrieb Otto, Philipp Rudolph (Vorstand Bauernverband), Norbert Klapp (Vorsitzender RBV) und Karsten Schmal (Präsident HBV) sind insgesamt zufrieden mit der Ernte.

Das unbeständige Wetter beeinflusste die diesjährige Ernte, dennoch wurden die anfangs schlechten Erwartungen nicht erfüllt und die Landwirte geben sich zufrieden.

Trafen sich zum Erntegespräch. Von links: Ralf Desel (Geschäftsführer HBV), Klaus Otto mit Frau Christina vom Betrieb Otto, Philipp Rudolph (Vorstand Bauernverband), Norbert Klapp (Vorsitzender RBV) und Karsten Schmal (Präsident HBV) sind insgesamt zufrieden mit der Ernte. Malsfeld-Mosheim. Zu einem Gespräch über die diesjährige Ernte hat der Regionalbauernverband (RBV) Kurhessen am vergangenen Montag in den Betrieb Klaus Otto in Malsfeld-Mosheim eingeladen.

Trafen sich zum Erntegespräch. Von links: Ralf Desel (Geschäftsführer HBV), Klaus Otto mit Frau Christina vom Betrieb Otto, Philipp Rudolph (Vorstand Bauernverband), Norbert Klapp (Vorsitzender RBV) und Karsten Schmal (Präsident HBV) sind insgesamt zufrieden mit der Ernte.

Fehlende Niederschläge

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, gab die positive Bilanz von fünf Prozent mehr Ernte gegenüber dem Vorjahr, zumindest landesweit, bekannt. „Die fehlenden Niederschläge im April und Mai sowie der Blüten beschädigende Spätfrost sorgten jedoch dafür, dass die Qualität am Ende nicht mehr gestimmt hat“, erklärte Schmal, „alles in allem ist die Ernte aber nicht so schlecht wie erwartet.“

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern liegt Hessen damit im Mittelfeld. Daher sei die Stimmung nach der Preiskrise 2015 und 2016 nun deutlich besser. An dieser Stelle sei an die Bauerndemo im Rahmen des Hessischen Bauerntages am 1. Juni 2016 in Bad Hersfeld erinnert.

Heruntergebrochen auf den Schwalm-Eder-Kreis wurde nach Norbert Klapp, Vorsitzender des RBV, aber acht Prozent weniger erwirtschaftet als noch 2016. „Durch die kurzen Zeitfenster, die uns das unbeständige Wetter offeriert, müssen wir bei der Bevölkerung um Verständnis bitten, da es immer wieder vorkommt, dass wir sehr früh, sehr spät und am Wochenende arbeiten müssen“, betonte Klapp und gibt als Grund den fehlenden Hochsommer sowie die späte Feuchtigkeit nach anfänglicher Trockenphase an.

Klaus Otto, Inhaber des gleichnamigen Betriebes in siebter Generation, bezeichnet es als Ernterisiko. Otto baut zahlreiche Produkte an, versorgt seit 1968 Legehennen und übt seinen Beruf „mit Stallgeruch und grünem Daumen aus“, was er lachend erwähnte.

Mit dem Weizen lässt sich nur noch heizen

Zur Veranschaulichung waren vier Gläser vorbereitet, die geernteten Weizen von vier verschiedenen Terminen beinhalteten. Während der älteste Weizen noch ideale Qualität aufweist, kann der jüngste Weizen laut Schmal nicht einmal mehr als Futterweizen verwendet werden, da er schon keimt. „Würde man aus diesem Weizen Brot backen, wäre es viel zu flach, da es dem Weizen an wichtigen Inhaltsstoffen fehlt, um etwa Volumen aufzubauen“, sagte Stefan Strube, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim RBV. Dieser Weizen wird daher nur noch zum Heizen verwendet. „Die Landwirte haben alles richtig gemacht, nur das Wetter spielte nicht mit“, ergänzte Schmal.

Auch wenn eine ausgewogenere Weizenernte wünschenswert gewesen wäre, so lief die Kohlernte sehr gut, jedoch gibt es dadurch nun mehr Kohl als verarbeitet werden kann. Gegen etwaige Vorwürfe, Landwirte würden zu viel Mais anbauen, schützt sich Klapp vorab, da der Maisanbau mittlerweile keine zehn Prozent der Ackerfläche in Hessen mehr ausmache.

Auf diesem Bild ist der beste Weizen der diesjährigen Ernte vom 21. Juli.

Kritik an einmischender Politik

Zum Ende kritisierte Schmal noch die Politik: „Erbsen brauchen keinen Dünger oder Insektizide. Einzig das Unkraut muss einmal entfernt werden, damit die Ernte auch praktikabel ist“, erklärte Schmal und weiter, „durch eine unsägliche Verordnung, die die Unkrautbekämpfung im Herbst zukünftig verbietet, wird die ganze Produktion zunichte gemacht.“

Otto wünscht sich dazu „mehr Verbraucher und weniger Politik“, da Europa-, Bund-, Landes-, Landkreis- und Kommunenpolitik gemeinsam an der Zielsetzung vorbeiführe, ganz nach dem Sprichwort „viele Köche verderben den Brei“.

Hier sehen Sie den qualitativ schlechteren Weizen vom 25. August, der, erkennbar an seiner Farbe und den Keimen, nicht mal mehr als Futterweizen herhalten kann.

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