Erst die Arbeit, dann der Rat

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Knüllwald. Gesamtkonferenz der Autogrill-Betriebsräte am Hasselberg Ost. Mitarbeiter und Gewerkschaft berieten Eckpunkte für Betriebsvereinbarungen.

Knüllwald. Wer auf Autobahnfahrt Richtung Kassel am Rasthof Hasselberg Ost ein Päuschen einlegt, trifft an der Tankstelle ebenso wie in der Gastronomie auf ein durchweg freundliches Personal. Egal zu welcher Uhrzeit er ankommt, die Leute an den Kassen, hinter den Tresen und vor den Zeitschriftenständern sind jederzeit freundlich und hilfsbereit. "Türschlossenteiser? Aber ja, sehen Sie dort rechts im Regal steht er."

Zerreißprobe fürs Betriebsklima

Was der Durchreisende, was der Berufstrucker nicht zu spüren bekommt: Auch die Mitarbeiter der Firma Autogrill und ihre Chefs haben ihre täglichen Sorgen. Wieviel Urlaub geht am Stück? Wo darf die Video-Überwachung hin? Wie wird die Überstunde ausgeglichen? Was genau ist bei einer internen Stellenausschreibung zu beachten? Solche und viele andere Fragen können insbesondere in einem großen Unternehmen polarisieren und allemal zu einer Zerreißprobe fürs Betriebsklima werden.

Vom Vorgänger über den Tisch gezogen

Darin haben Andreas Kampmann, Geschäftsführer der Gewerkschaft (NGG) Nahrung-Genuss-Gaststätten, und NGG-Sekretärin Monika Leichtenberger einschlägige Erfahrungen. Sie unterstützen den Hasselberg-Ost-Betriebsrat (BR) seit seiner Gründung vor etwa einem Jahr. Den juristischen Beistand in schwierigen Verhandlungen leistet der Bad Hersfelder Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frank Jansen.

"Die Vorgängerfirma am Hasselberg", sagt Betriebsratsvorsitzender Arkadius Bartsch, "hat uns über den Tisch gezogen". Doch nach der Übernahme durch die Autogrill Deutschland GmbH stellt er heute fest:  "Seit wir den BR haben, ist das Verhältnis zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft viel besser geworden." Jeder, auch die Firmenleitung, sei im Umgang mit betrieblichen Rechten und Pflichten selbstsicherer geworden. "Die Leute wissen jetzt, was sie dürfen, und was nicht. So kommt es viel seltener zu einem Streitpunkt."

Eckpunkte für Betriebsvereinbarungen

In Fahrtrichtung Fulda arbeitet die Belegschaft Hasselberg West noch ohne BR. Das würden Bartsch und seine Mitstreiter bei der nächsten BR-Wahl im Frühjahr gerne ändern. Um weiteres Interesse an ihrer Arbeit zu wecken, hatten die BR Arkadius Bartsch, seine Stellvertreterin Ireen Schwarze sowie Axel Körber, Julia Albach und Andreas Schnar für vorigen Donnerstag zur Gesamtsitzung aller Autogrill-BR an den Hasselberg eingeladen. In großer Runde diskutierten sie zielführend und sachlich über all das, was ihnen auf den Nägeln brannte. "Eckpunkte für Gespräche zu Betriebsvereinbarungen", nannte Gesamt-BR-Vorsitzender Veit Otto die Themen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ja, auch dass eine Belegschaft streikbereit sein sollte, wurde angesprochen. "Vor den Erfolg hat Gott den Kampf gestellt", mahnte Anwalt Jansen. Aber in den zur Abstimmung stehenden Beschlussvorlagen für die nächsten Betriebsvereinbarungen klangen dann doch die versöhnlicheren Töne an. Deutlich zeigte sich darin die Gratwanderung zwischen angestrebten Neuregelungen und der Bestandssicherung für Standorte, die bereits über gute  Verträge verfügen. Diese allerdings wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Area Manager Road Channel Germany Ralf Kunze und HR Operator Germany Franziska Strunk verhandelt.

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