Ex-Oberst: ,Wer kämpft, muss es können’

Von DR. SVEN HILBERTSchwalm-Eder. Sie werden die Klischees nicht bedient bekommen, versprach der Bonner Publizist Claus Richter zu Begin

Von DR. SVEN HILBERT

Schwalm-Eder. Sie werden die Klischees nicht bedient bekommen, versprach der Bonner Publizist Claus Richter zu Beginn seines Vortrages. Auf Einladung des Traditionsvereins Panzerbrigade 5 Kurhessen und der Gesellschaft fr Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) Sektion Fritzlar referierte er zum Thema Die Bundeswehr in Afghanistan wird Deutschland noch am Hindukusch verteidigt? In offenen und ungeschminkten Worten prsentierte Richter den Zuhrern eine klare Gebrauchsanweisung fr den Umgang mit der Afghanistan-Thematik. Er wies zunchst darauf hin, dass sich der dortige Einsatz auf zwei UN-Resolutionen grndet, die nach dem 11. September 2001 einstimmig vom Sicherheitsrat verabschiedet wurden und schloss daraus: Wir sind dort im Auftrag der Vereinten Nationen. Wer sagt: ,Raus aus Afghanistan, unterminiert die Weltgemeinschaft. Allerdings sei es danach versumt worden eine einheitliche Strategie zu entwickeln, was letztendlich zur heutigen Situation gefhrt habe.

Sanfte Mrder gibt es nicht

Militrische Mittel seien zwar notwendig, aber sie sind nur ein Mosaikstein, so der Referent. Deshalb pldierte er fr eine ausgewogene Mischung aus Entwicklungspolitik, Infrastrukturaufbau und Militreinsatz. Htten wir mehr in Polizei, Bildungsarbeit oder Agarsubventionen investiert, wren wir heute nicht in diesem Dilemma, betonte er. Eine Wiederherstellung des Taliban-Regimes msse aber in jedem Fall verhindert werden: Wenn sie in Afghanistan gewinnen, gewinnen sie auch in Pakistan. Dann haben sie die Hand auf der Atombombe. Auch sei das Land nicht so weit entfernt, wenn man bedenke, dass die NATO eine gemeinsame Grenze mit Syrien, Iran und Irak hat. Wenn er auch den religisen Aspekt weitgehend auer Acht lie, so erteilte er doch dem Begriff gemigte Taliban eine klare Absage.

Jngste Ereignisse

Richter: Das ist so etwas wie ein sanfter Mrder. Im Hinblick auf die jngsten Ereignisse wie der Bombardierung der entfhrten Tanklastzge sagte Richter: Wenn man wirklich die Taliban bekmpfen will, muss man kmpfen knnen und kmpfen wollen. Wir haben die Bundeswehr nicht, damit sie Kindergrten und Brcken aufbaut. Was blieb, waren viele Wahrheiten, eine ganze Menge Thesen und zahlreiche Gretchenfragen in der anschlieenden Diskussionsrunde.

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