Facebook-Falle im Streit um Alt-Kennzeichen

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Facebook-Seite der Initiative Pro FZ, MEG und ZIG mit dem Foto von SPD-Mann Dr. Edgar Franke. Foto: Bernhard / Screenshot

Schwalm-Eder. Initiative warb unfreiwillig mit falschen Unterstützern - mindestens zwei prominente SPD-Politiker betroffen.

Schwalm-Eder. Im Streit um die Wiedereinführung von alten KFZ-Kennzeichen im Schwalm-Eder-Kreis, wie MEG für Melsungen, ZIG für Ziegenhain und FZ für Fritzlar, setzen einige CDU-Politiker auf die Macht der Sozialen Netze. So wurde am Montag auf Facebook eine Gruppe gegründet mit dem Namen "Initiative Pro FZ, MEG und ZIG". Deren selbst erklärtes Ziel: "Alle in dieser Gruppe wollen die Wiedereinführung der alten Kennzeichen im Schwalm-Eder-Kreis und fordern den Landrat auf, dies als Alternative zu ermöglichen." Es soll Druck gemacht werden auf SPD-Landrat Frank-Martin Neupärtl, der die Einführung der alten Kennzeichen vehement ablehnt.

 Von Eintrag nichts gewusst

Umso erstaunlicher, dass zwischenzeitlich bekannte Gesichter der Sozialdemokratie im Kreis, wie etwa der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke oder gar der Landratsvize Winfried Becker, auf der Facebook-Seite der Initiative erschienen. Geht da ein Riss durch die SPD, dürften sich einige Betrachter gefragt haben? Auf Anfrage unserer Zeitung betont SPD-Mann Franke jedoch: "Nein, da wird irgendeiner mich dazugesetzt haben!" Er selbst habe sich zu dem Thema nie geäußert. Und auch Becker betont: "Ich habe gar nicht mitbekommen, dass ich auf der Liste stehe."

Wie also kommen Franke und andere unfreiwillig auf die Unterstützerliste? Offensichtlich hatte ein Mitglied der Gruppe die beiden hochrangigen SPD-Politiker eingeladen, Mitglied der der Gruppe zu werden. Erst danach bemerkte diese Alt-Kennzeichen-Befürworterin, dass die beiden so – ohne Absicht – in der Liste der Mitglieder auftauchten.

Technische Tücken

Erst zwei Tage später waren die Einträge von Franke und Becker wieder verschwunden. Der Gründer der Facebook-Initiative, CDU-Politiker Bernhard Lanzenberger, macht Facebook für den Fehler verantwortlich: "Das sind die Modalitäten von Facebook. Dass ein Mitglied einen anderen dorthin einlädt und die eingeladene Person dort sichtbar ist, darauf hat niemand einen Einfluss", betont er. Trotzdem will er bereits Gegenmaßnahmen ergriffen haben. "Ich habe versucht, innerhalb der Gruppe Schranken zu setzen. Ich kann aber nicht sagen, ob das funktioniert." Demnach habe er die Einstellungen "Jedes Mitglied kann Mitglieder hinzufügen" dahingehend verändert, dass jetzt ein Administrator zustimmen muss.

Diskussion aufgreifen

Inzwischen hat die Gruppe schon über 380 Mitglieder (stand Mittwoch 16.Uhr). Wieviele davon tatsächlich hinter den Zielen der Initiative stehen, bleibt angesichts der technischen Tücken aber offen. Lanzenberger betont jedoch, ihm sei die Zahl der Mitglieder sowieso nicht wichtig. Er lässt ausrichten: "Die Idee war, die Diskussion aufzugreifen. Inhaltlich geht es um das Unverständnis gegenüber dem Landrat und seiner Haltung."

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