Familienpolitik nach Kassenlage?

Von ANDREAS BERNHARDSchwalm-Eder. Wieviel Familien oder Alleinerziehende im Kreis fr einen Kindergartenplatz bezahlen mssen hngt imm

Von ANDREAS BERNHARD

Schwalm-Eder. Wieviel Familien oder Alleinerziehende im Kreis fr einen Kindergartenplatz bezahlen mssen hngt immer mehr vom Wohnort ab. Wenige Kilometer machen schnell einen gewaltigen Unterschied: Whrend Schwalmstadt gerade beschlossen hat, die Beitrge fr kommunale Kindergrten um rund 20 Prozent zu erhhen, gehen Melsungen, Wabern und Edermnde in die entgegengesetzte Richtung: Sie bieten zumindest fr die halbtgliche Regelbetreuung den kostenlosen Kindergarten.

Sparen gegen Streigerung der Attraktivitt

Die Grnde sind auf beiden Seiten sind klar. Whrend der Schwalmstdter Brgermeister Wilhelm Krll betont, nicht noch mehr Schulden machen zu wollen, sieht man im relativ wohlhabenden Melsungen die Abschaffung als Beitrag zur Steigerung der Attraktivitt der Stadt fr Familien mit Kindern und zugleich als Anreiz dafr, dass mglichst alle Kinder den Kindergarten besuchen.

Rund 157.000 Euro lsst sich die Bartenwetzerstadt diese freiwillige Leistung im kommenden Jahr kosten, so Matthias Will vom Melsunger Haupt- und Personalamt. Familienpolitik nach Kassenlage also? Natrlich, gesteht der Homberger Brgermeister Martin Wagner, spiele der defizitre Haushalt eine Rolle bei der Entscheidung, dem Melsunger Beispiel nicht zu folgen. Aber, so sagt er auch: Es kommt nicht allein auf die Kosten an. Wir haben ein gutes Angebot, was bei Umfragen unter den Eltern immer wieder besttigt werde. hnlich uert sich Brgermeister Karl-Wilhelm Lange aus Fritzlar. Sein Ziel sei es, so sagt er, den Familien insgesamt zu helfen, nicht nur einzelnen Jahrgngen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker befrchtet allerdings einen Teufelskreis. Manche Stdte wrden immer unattraktiver fr junge Familien, was wiederum weniger Einwohner und weniger Steuereinnahmen bedeute.

1.000 Euro pro Jahr und Kind

Ideal wre es, wenn der Kindergartenbesuch berall kostenlos sei, so Becker, damit nicht der Geldbeutel ber eine gute Betreuung entscheidet.

Bei der Finanzierung seien Bund und Land aufgefordert sich strker zu engagieren, nicht die kommunale Familie aus Kreis und Kommunen. Sein Vorschlag: Statt wie geplant das Kindergeld zu erhhen, muss die Inanspruchnahme von Leistungen freigestellt werden. Rund 70 bis 80 Euro pro Monat betrgt derzeit der durchschnittliche Elternbeitrag fr eine Halbtagsbetreuung im Schwalm-Eder-Kreis, hat Karin Wagner ausgerechnet. Sie ist Fachbereichsleiterin fr Jugend und Familie beim Kreis.

Das sind immerhin fast 1.000 Euro im Jahr. Fr eine Ganztagsbetreuung kommen dann monatlich noch einmal rund 40 Euro hinzu. Noch nicht eingerechnet sind Zusatzkosten, wie etwa Essensgeld oder Fahrtkosten.

Zwar erlaubt das Hessische Kindergartengesetz die soziale Staffelung der Gebhren, doch davon nehmen immer mehr Trger Abstand. Zu aufwendig sei die Prfung der Unterlagen, so das Argument. Leidtragende sind Eltern mit geringem Einkommen, fr die sich dadurch die Kiga-Gebhren oft deutlich erhhen.

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