Faubel gewinnt, Melsungen verliert

Melsungen. Das Traditionsunternehmen Faubel kehrt Melsungen den Rücken zu. "Für unsere geplante Produktionserweiterung suchen wir einen neuen S

Melsungen. Das Traditionsunternehmen Faubel kehrt Melsungen den Rücken zu. "Für unsere geplante Produktionserweiterung suchen wir einen neuen Standort", erklärt überraschend Reinhard Kuge, Geschäftsführender Gesellschafter des Etiketten-Druckers. Erste Gespräche mit interessierten Städten und Gemeinden würden schon geführt. Rund 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Zu hohe Gewerbesteuer

Erst im vergangenen Jahr hatte Faubel rund zehn Millionen Euro in eine neue Werkshalle und Maschinen am Firmensitz im Schwarzenberger Weg investiert. In diesen Tagen werden die Arbeiten am neuen Gebäude abgeschlossen. Die Entscheidung gegen Melsungen bei weiteren Investitionen habe mehrere Gründe, erklärt Kuge. Der noch vorhandene Platz auf dem Firmengelände reiche nicht aus, andere Flächen in der Stadt seien zu teuer. "Darüber

hinaus wird der Umsatz mit einem Melsunger Unternehmen stark rückgängig sein", erklärt der Unternehmer, der aber auch die gestiegene Gewerbe- und Grundsteuer in Melsungen als auschlaggebend für seine Entscheidung anführt. Seit 29 Jahren hat die Druckerei Faubel ihren Sitz in Melsungen. Das Unternehmen zahlt nach eigenen Angaben Tariflöhne und verzichtet auf Leiharbeiter. "Wir haben 2010 etwa 428.000 Euro Gewerbesteuer an die Stadt gezahlt", rechnet Kuge vor, "in diesem Jahr rechnen wir mit rund 440.000 Euro." Geld, das in Melsungen gerade "mit vollen Händen ausgegeben werde". Andernorts finde er bessere Bedingungen, ist sich Kuge sicher. Der neue Standort müsse nicht in Hessen liegen, solle aber auch nicht weiter als 100 Kilometer vom Stammsitz entfernt sein.

Innovatives Produkt

Dort will Faubel neue Spezial-Etiketten – sogenannteCRSF-Label  – für Tabletten-Träger fertigen. Die Besonderheit: Diese sind kindersicher und gleichzeitig seniorenfreundlich. Eine innovative Marktneuheit, für die die Firma Faubel vor wenigen Tagen die Auszeichnung "Deutschland – Land der Ideen" erhielt, mit der Projekte, die zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beitragen gewürdigt werden. "Derzeit laufen die Patentierungsverfahren", so Kuge, spätestens im Jahr 2015 will die Firma 100 Millionen dieser Etiketten im Wert von rund 20 Millionen Euro verkaufen. Besonders im Blick hat man dabei den amerikanischen Markt, wo bereits erste Testmuster von Pharmaunternehmen geprüft werden.

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