Favorit ist die West-Trasse

Genehmigungsbehrde und Betreiberfirma sehen Vorteile im Bau durch den Schwalm-Eder-KreisVon ANDREAS BERNHARDMelsungen. Alles luft auf eine

Genehmigungsbehrde und Betreiberfirma sehen Vorteile im Bau durch den Schwalm-Eder-Kreis

Von ANDREAS BERNHARD

Melsungen. Alles luft auf eine West-Trasse durch den Schwalm-Eder-Kreis hinaus. Das ist das Ergebnis eines Informationsabends in Melsungen zur geplanten 380.000 Volt Hochspannungsleitung vom niederschsischen Wahle bis nach Mecklar im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Ob gebaut wird ist nicht die Frage

Claus Schiffner, Verfahrensfhrer fr das gerade gestartete Raumordnungsverfahren beim Regierungsprsidium in Kassel, betonte: Es geht nicht mehr darum, ob die Trasse gebaut wird, sondern nur noch darum wo. Dabei sei die West-Trasse durch Nordhessen, die von Guxhagen bis Morschen verlaufen soll, aus heutiger Sicht realisierbar. Ganz im Gegensatz zur ebenfalls angedachten Ost-Variante durch den Werra-Meiner-Kreis. Ich will Ihnen reinen Wein einschenken, so Schiffner zu den rund 200 Anwesenden in der Kulturfabrik, die West-Trasse ist die wahrscheinlichste.

Trotzdem seien die Brger jetzt aufgerufen ihre Bedenken und nderungswnsche zu uern, stellte er klar. Mglich sei dies bis 31 August auf einer speziell dafr eingerichteten Internetplattform (www.rov-wahle-mecklar-online.de ), aber auch in jedem Rathaus.

Auch die Firma Transpower, die die Hochspannungsleitung bauen und betreiben wird, betonte, dass von ihr die West-Trasse eindeutig favorisiert wird. So knne im gesamten Schwalm-Eder-Kreis der vom Gesetzgeber geforderte Mindestabstand zu Wohngebieten von 400 Metern und zu Einzelgebuden von 200 Metern eingehalten werden. Auch gebe es keine Beeintrchtigung von Natura-2000-Gebieten, erluterte Thomas Buksdrcker von dem fr Transpower ttigen Planungsbro ERM. Lediglich vier Landschaftsschutzgebiete mssten gequert werden.

Ganz anders sei die Situation im Werra-Meiner-Kreis. Dort knnten die Mindestabstnde in sechs Bereichen nicht eingehalten werden. Zudem mssten bei der Ost-Trasse sechs Natura-2000-Gebiete durchschnitten werden.

Die 380-kV- Hochspannungsleitung von Wahle nach Mecklar ist ein Mosaikstein in dem vom Bundestag beschlossenen Ausbau der Energienetze. Nach Angaben von Transpower soll mit der Nord-Sd-Verbindung vor allem Strom von geplanten Off-Shore Windparks in der Nordsee in den Sden der Republik geleitet werden.

Erdkabel nur in sehr begrenztem Umfang

Fr den rund 60 Kilometer langen Abschnitt im Schwalm-Eder-Kreis sind bislang von Transpower lediglich Freileitungen ber bis zu 60 Meter hohe Masten geplant. Eine Verlegung der Stromkabel unter die Erde, wie sie von der Brgerinitiative (BI) Keine 380-kV-Freileitung im Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreistag gefordert wird, lehnt der Netzbetreiber bislang ab. Als Grnde nannte Transpower die rund vierfach hheren Kosten sowie Schwachstellen in der Technik, die bei bereits bestehenden Erdkabeln immer wieder zu Ausfllen fhrten. Wir werden deshalb die Erdverkabelung nur in sehr begrenztem Umfang einsetzen, betonte Dr. Christian Schneller, Jurist bei Transpower, und zwar nur dort, wo der Druck auf das Wohnumfeld am grten ist. In Hessen sehe er derzeit keine solche Notwendigkeit, auch wolle man sich keinem politischen Druck beugen. Die letztendliche Entscheidung falle allerdings erst nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens.

Kritische Stimmen kamen von betroffenen Anwohnern der Hochspannungsleitung. Thema waren dabei mgliche Gesundheitsgefahren durch die von den Hochspannungsleitungen ausgehenden Magnetfelder. Transpower rumte ein, dass es Studien gebe, die einen Zusammenhang mit vermehrten Leukmiefllen bei Kindern nahelegten. Doch sei die Belastung bei Einhaltung der vom Gesetzgeber geforderten Mindestabstnden zu Wohngebieten noch unterhalb der Nachweisgrenze.

Ebenfalls diskutiert wurde eine Verlegung der Trasse in den Shrewald. So knnten viele Bedenken von Anwohnern auf einen Schlag ausgerumt werden, gab Krles Brgermeister Mario Gerhold zu Bedenken. Dagegen spricht allerdings, dass die Shre als ein schtzenswertes Gebiet gilt, erluterte Claus Schiffner, der betonte: Wir versuchen, unzerschnittene Naturrume zu erhalten.

BI-Sprecher: Viele Fragen bleiben offen

Doppelt enttuscht uerte sich nach der mehrstndigen Informationsveranstaltung der Sprecher der BI Keine 380-kV-Freileitung im Schwalm-Eder-Kreis, Bernd Krdel. Ich htte ein paar mehr Leute erwartet, sagte er, auerdem sind viele Fragen offen geblieben. So sei weiterhin unklar in welchen Bereichen mit einer Erdverkabelung gerechnet werden kann und auch die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung werde ausgeblendet.

Allein der Gemeinde Guxhagen kann durch unverkufliche Grundstcke im Neubaugebiet ,Gnsegarten ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstehen, rechnet er vor. Dazu komme der zu erwartende Wertverlust bei Privat-husern entlang der Trasse. Krdel kndigt deshalb an: Wir werden weiter kmpfen.

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