Die Frankenhainer Ausnahmesau

Von ALEXANDER GBERTFrankenhain. Uwe Scharf ist ratlos, irritiert und verwundert. So eine merkwrdige Sau ist ihm in seiner gesamten Berufsl

Von ALEXANDER GBERT

Frankenhain. Uwe Scharf ist ratlos, irritiert und verwundert. So eine merkwrdige Sau ist ihm in seiner gesamten Berufslaufbahn noch nie untergekommen. Wie vielen Ferkeln er bereits ans Tageslicht geholfen hat, kann er nicht zhlen. Aber die Frankenhainer Zuchtsau ohne Namen, mit der Nummer 14 am Ohr, wird der Tierarzt wohl nie vergessen. Da liegt sie, im Stall des Frankenhainer Schweinemsters Meik Ferreau. Sie liegt auf die linke Seite gerollt. Ihr wuchtiger Bauch ist bersht mit Zitzen. An jeder trinkt sich ein Ferkel stark. Weitere warten quiekend auf einen freien Platz. Sie sind gesund, haben Hunger und machen auch sonst einen recht vitalen Eindruck. Scharf spricht von einer medizinischen Sensation. In der Lotterie zu gewinnen habe eine weitaus hhere Wahrscheinlichkeit. Zuchtsau Nummer 14 hat 26 (!) Ferkel aus ihrem Bauch gedrckt. Das Besondere: Die ersten zwlf Mitte April, die nchsten rutschten pltzlich Anfang Mai nach nur drei Wochen nach der ersten Geburt. Ein Professoren-Team vom Landes-Tiermedizin-Labor in Gieen war bereits vor Ort. Die Wissenschaftler haben der Sau Blut abgenommen und die Ferkel auf Herz und Nieren geprft alles im grnen Bereich.

Wunder nach drei Wochen

Blick zurck: Der 10. April. Drei Monate, drei Wochen und drei Tage ist es her, da hat Ferreau die Sau befruchtet knstlich. Das Sperma des Ebers hat er mit einer Pipette tief ins Innere von Nummer 14 befrdert. Nach einer Schwangerschaft ohne Komplikationen haben jetzt die Wehen eingesetzt. Es geht Schlag auf Schlag. Wie auf Kommando kommen die Ferkel zum Vorschein. Nur zwei bleiben auf der Strecke. Ein guter Schnitt. Dann geht es mit dem Gesundheitszustand der Sau rapide bergab. Ferreau hat mich angerufen. Die Sau gefalle ihm gar nicht. Sie gebe keine Milch. Der Bauch sei aufgequollen.

Herz- oder Leberschwche

Der Tierarzt tippt auf eine Herz- oder Leberschwche. Dann das Wunder: Drei Wochen nach der ersten Geburt setzen pltzlich erneut die Wehen ein. 14 Ferkel kommen zur Welt, drei sterben. Der Tierarzt schttelt den Kopf: Ich glaubte an einen Scherz. Zwei voneinander unabhngige Schwangerschaften in so kurzer Zeit das geht doch gar nicht. Nummer 14 sei drei Wochen nach der ersten Befruchtung wieder brnstig geworden. Ein Indiz dafr, dass es beim ersten mal nicht geklappt hat. Der Frankenhainer Landwirt habe deshalb noch einmal nachbefruchtet. Was er nicht wusste: Bereits beim ersten Mal, hatten die Ferkel-Spermien den Weg zum Ei gefunden. Scharf: Warum ist die Sau trotzdem pltzlich wieder brnstig geworden? Und vor allem: Warum sind die Ferkel gesund? Aufgrund der Schweine-Anatomie htten die Nachzgler nmlich bereits beim ersten Rutsch als Totgeburten mit raus kommen mssen. Fragen ber Fragen, auf die Scharf keine Antwort hat. Das ist eben Natur: Da passieren Wunder.

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