„Für uns ist er ein Vorbild“

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Felsberg. Felsberger Schüler wandeln auf den Spuren Egbert Hayessens.

Felsberg. "Der Weg hierher auf den Mittelhof hat sich echt gelohnt", so fasst Nora Schütz aus der Klasse R10a der Drei-Burgen-Schule Felsberg ihre Eindrücke nach einem abwechslungsreichen Vormittag zusammen. Nachdem sich ihre Klasse im Geschichtsunterricht mit dem Thema "Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus" befasst und dazu u.a. den Film "Operation Walküre" gesehen hatte, stieß man auf lokale Spuren. Denn zu der Gruppe des 20. Juli 1944 um Claus Graf Schenk von Stauffenberg, die Deutschland durch ein Attentat von Hitler befreien wollte, gehörte auch ein Felsberger Bürger: Egbert Hayssen. Er  war einer von Stauffenbergs Vertrauten, der nach dem Attentat auf Hitler in Berlin wichtige Aufgaben übernehmen sollte.

Tief beeindruckt waren die Jugendlichen vom Mut dieses Mannes, der ehemals auf dem Mittelhof lebte und dessen Bruder den Hof noch bis 1964 bewirtschaftete. Egbert Hayessen wurde als einer der ersten noch in der Nacht nach dem missglückten Attentat verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 15. August 1944 wurde er in Plötzensee erhängt. Seine Familie kam in Sippenhaft:  Eltern, Schwester und Ehefrau und sogar die beiden Kinder inhaftierte man im Konzentrationslager. Erst nach Monaten kamen sie wieder frei.

"Ich finde es ist sehr schade, dass Hayessen bei uns in Felsberg kaum bekannt ist. Wir können stolz darauf sein, dass so ein Mensch, der sein Leben gegen Hitler eingesetzt hat, hier bei uns gelebt hat. Für uns ist er ein Vorbild", stellt einer der 10. Klässler fest. Fritz Strack führte die Schüler durch die Anlage des Mittelhofes. In eigner Initiative hatte ein Schüler der Klasse, Leon Landesfeind, die Führung organisiert. "Als ich in der Schule von Hayessen gehört habe, fand ich das so spannend, dass ich gleich am nächsten Tag mit meinem Rad zum Mittelhof gefahren bin. Der Pächter, Jens Villnow, hat mir alles gezeigt. Ich durfte sogar in das Gutsgebäude", so Leon.  Strack erklärte den Schülern bei der Führung die Geschichte des Gebäudes, ließ aber auch das Leben der Familie Hayessen beim Rundgang durch das Gutsgebäude – das seit 1964 leer steht – sichtbar werden. Am Gedenkstein, der am Eingang zum Mittelhof steht, ging er näher auf die Rolle Hayessens in den Geschehnissen des 20. Julis und auf das sich anschließende Schicksal der Familie ein. Mit Freude nahmen die die Jugendlichen zur Kenntnis, dass der Gedenkstein durch eine Initiative von Schülern der Felsberger Gesamtschule dort errichtet wurde.

Auch sie wollen im 70. Todesjahr Hayessens initiativ werden. Nicht nur, dass eine Bildtafel in der Schule zukünftig an ihn erinnern soll. Darüber hinaus regten sie an, eine bedeutsame Straße in Felsberg in Egbert-Hayessen-Straße umzubenennen. Der Feldweg, der zur Karthause führt, das ist ihnen zu wenig. Dieser Mann, der für ein besseres Deutschland sein Leben gelassen hat, habe doch mehr verdient, war von ihnen zu hören. Vielleicht wäre das ja eine Idee für die Untere Birkenallee, die direkt zur Schule führt, so die Schüler weiter.

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