Funkstille: Hessischer Rundfunk spart in Nordhessen

Nordhessen. Ab Montag verändert der Hessische Rundfunk beim Sender hr4 die Programmstruktur. Dazu Programmchef Rainer Götze in einer offiziellen Mi

Nordhessen. Ab Montag verändert der Hessische Rundfunk beim Sender hr4 die Programmstruktur. Dazu Programmchef Rainer Götze in einer offiziellen Mitteilung: "Bereits jetzt haben mehr als die Hälfte der hr4-Themen einen klaren Bezug zu Hessen und seinen Regionen. Diesen Anteil werden wir ausbauen und klarer strukturieren".

Klingt wie Hohn

Ein Satz, der in den Ohren vieler Mitarbeiter in Nord- und Osthessen wie blanker Hohn klingt. Denn, so betont ein wütender Hörfunkreporter, der aus Angst vor Repressalien nicht namentlich genannt werden will: "Mit der offiziellen

Mitteilung des Hessischen Rundfunks wird nur eine ungeschickte Sparpolitik schön geredet." Jeder Hörer, der selbst überprüfe, was nach der Änderung von der Regionalberichterstattung übrig bleibe, könne selbst erleben, dass massive Einschnitte vorgenommen wurden. Vom einstündigen regionalen Mittagsmagazin bleibe nur noch der Nachrichten-Block um 12.30 Uhr. Und der Rest – vier große Sendeplätze für Reportagen und Hintergrundberichte – werde ersetzt durch ein weiteres Fünf-Minuten-Fenster um 14.30 Uhr. Nächstes Jahr solle auch noch die Nachmittagsstunde ab 16 Uhr wegfallen.

"Die Änderungen werden dazu führen, dass sich viele Themen aus den Regionen nicht mehr oder nicht mehr im bisherigen Umfang im Hörfunkprogramm des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks wiederfinden werden", prognostiziert der hr-Mitarbeiter. Das sei schon der zweite massive Einschnitt in der Regionalberichterstattung, nachdem 2004 die bis dahin noch selbständigen Regionalmagazine zusammengelegt wurden.

Einschnitte verhindern

Um die Einschnitte zu verhindern hatten sich bereits im Januar viele Regionalkorrespondenten, Gebietsreporter und Redakteure des Hessischen Rundfunks gemeinsam in einem Brief an Intendant Helmut Reitze und Höfunk-Chef Heinz-Dieter Sommer gewandt: "Die geplante Streichung der Mittagssendung mit einer hohen Einschaltquote und die Einführung von kurzen Nachrichtenfenstern werden dazu führen, dass die hessischen Regionen nur noch recht oberflächlich und eher durch spektakuläre Themen und Ereignisse abgebildet werden", so der Tenor des Brandbriefs. Auch würden Reporter viel weniger in der Region unterwegs sein, was wiederum zu weniger Kontakten mit Handelnden und Betroffenen insbesondere in den ländlichen Gebieten führe.

Doch nicht nur die Berichterstattung wird leiden, sondern auch der Ruf des Senders, so die Befürchtung der Mitarbeiter: "Wir verlieren damit ein Alleinstellungsmerkmal in der hessischen Radiolandschaft", bedauert der Hörfunkreporter, "und damit auch die bisherige Vorreiterrolle innerhalb der ARD"

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