Fußball trifft Fado

Neue Serie: Leben und Lernen in Portugal, ein Auslands-Tagebuch von Kerstin Bott (16)Von KERSTIN BOTTSpangenberg. Geboren in Kassel, schon immer

Neue Serie: Leben und Lernen in Portugal, ein Auslands-Tagebuch von Kerstin Bott (16)

Von KERSTIN BOTTSpangenberg. Geboren in Kassel, schon immer in Spangenberg wohnend mein Leben klingt so gar nicht interessant, aufregend oder abenteuerlich. Das wird sich bald ndern: Zehn Monate werde ich, 16-jhrige Schlerin, in Portugal verbringen. Das ist eine lange Zeit, in der ich versuchen werde, mich in die dortige Gesellschaft zu integrieren mit allem was dazugehrt, Schulbesuch und Leben in einer Gastfamilie. Neugier gewecktEine mir hufig gestellte Frage lautet: Warum ausgerechnet Portugal?. Das ist eine gute Frage... Tja, warum? Ich interessiere mich fr viele Lnder und sa im November ratlos vor dem Lnderprferenzbogen der Schleraustauschorganisation, welchen ich ausfllen musste. Um die 50 Lnder standen zur Auswahl, wie soll man sich da schon entscheiden knnen? Meine Eltern schrnkten dieses breite Angebot allerdings ein wenig ein, mein favorisierter Kontinent Lateinamerika war ihnen beispielsweise zu gefhrlich Eltern eben. Am liebsten war ihnen Europa, da fand ich zum Beispiel Osteuropa, Skandinavien und auch Portugal interessant, das von Deutschland am weitesten entfernete europische Land. Portugal, da denkt man an Meer und Sonne, aber auch an Fisch und Seefahrer, an Fuball und an Fado. Nicht, dass ich besonders gerne Fisch esse, Fado hre oder Fuball spiele, aber irgendwie begann dieses Land, meine Neugier zu erwecken. In der Mentalitt der Portugiesen soll sich zwar Melancholie widerspiegeln, aber auch die sdlndische Gelassenheit und Lebensfreude, die ich so faszinierend finde. Wenn ich auerdem die portugiesische Sprache beherrschen wrde, knnte ich nach dem Abitur immer noch nach Lateinamerika gehen und in Brasilien einen Freiwilligendienst absolvieren. Portugal gehrt zudem nicht zu den gefragtesten Lndern, weshalb hier die Wahrscheinlichkeit, einen Platz zu bekommen, recht gro war. Nun, da ich das Land ausgewhlt und wenig spter offiziell zugeteilt bekommen hatte, erfuhr ich lange Zeit erst mal nichts Neues. Im Laufe des Sommers wurde ich dann langsam unruhig wann wrde ich endlich die Gastfamilie erhalten? Ich wartete und wartete. Bis letzte Woche endlich die erlsende E-Mail mit dem Betreff Deine Gastfamilie kam. Ich freute mich riesig. Meine Gasteltern werden ein kinderloses Ehepaar mittleren Alters sein. Der Ort, A-dos-Cunhados, ist exakt genauso gro wie meine Heimatstadt Spangenberg. Ich htte gerne fr ein Jahr das Leben in einer Grostadt ausprobiert, aber man kann nicht alles haben immerhin ist das Meer zu meiner groen Freude nur fnf Kilometer entfernt, Lissabon ist auch nicht sehr weit, um die sechzig Kilometer. Sofort schrieb ich einen Brief an meine Gastfamilie auf portugiesisch, was mir zugegebenerweise noch Mhe macht. Ich habe an einem Volkshochschulkurs teilgenommen, und kann somit einige Vokabeln und etwas Grammatik. Am einfachsten lernt man eine Sprache sowieso im Land, beruhige ich mein schlechtes Gewissen immer, wenn ich an meine Faulheit denke. Dieser Meinung sind auch viele ehemalige Austauschschler, einige konnten zu Beginn auf der Landessprache ihres Gastlandes nur zwei Stze sagen. Meine Gastfamilie antwortete mit einer E-Mail in perfektem Englisch dies wird mir den Anfang erleichtern. Der erste Eindruck ist sehr positiv, meine Freude steigt und steigt mit jeder netten Mail, die wir austauschen. Noch zehn Tage. Aufgeregt und nervs bin ich noch nicht, aber das wird sich sicher kurz vor dem Abflug einstellen. Im Moment habe ich einfach viel zu viel zu tun Gastgeschenke besorgen, Verabschiedungen, Koffer packen und natrlich versuchen, die allerletzen Wochen in Deutschland zu genieen.

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Fr das Leben lernen

Tausende Schler aus Deutschland brechen jedes Jahr auf, um ein paar Monate im Ausland zu verbringen. Eine neue Sprache und Kultur kennenlernen, steht fr sie im Vordergrund. Doch eigentlich geht es um viel mehr: Frs Leben lernen lautetdas Motto. Denn ein paar Monate ohne die eigene Familie und die vertraute Umgebung lassen die Persnlichkeit wachsen und geben Mut fr die Herausforderungen, die nach der Schule warten. Diesem Abenteuer stellt sich auch Kerstin Bott. Die 16-Jhrige, die seit fast einem Jahr als freie Mitarbeiterin fr die Heimat-Nachrichten arbeitet, geht nach A-dos-Cunhados zu einer Gastfamilie. Von dort wird sie regelmig ber Land und Leben berichten.

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