Zu Gast bei den Urhessen: Großes Interesse an Chatten-Ausstellung in Metze

Von DR. SVEN HILBERTMetze. Wer schon immer alles über die Chatten wissen wollte, kommt zur Zeit im Obergeschoss des Metzer Dorfgemeinschaftshauses vo

Von DR. SVEN HILBERT

Metze. Wer schon immer alles über die Chatten wissen wollte, kommt zur Zeit im Obergeschoss des Metzer Dorfgemeinschaftshauses voll auf seine Kosten. Mit viel Liebe zum Detail hat der dortige Geschichts- und Heimatverein unter dem Vorsitz von Irmhild Georg eine ebenso faszinierende wie authentische Schau über jene Germanen auf die Beine gestellt, die als die Urhessen schlechthin gelten.

Ob Ernährung, Landwirtschaft oder Wohnkultur: Die Ausstellung lässt keine Fragen unbeantwortet. Der Metzer Neubürger Vierke und besonders das Fritzlarer Regionalmuseum statteten die Schau mit zahlreichen archäologischen Leihgaben aus. Womit sich etwa die Chatten von Welt damals in Schale warfen, wird anhand von zwei Schaufensterpuppen in entsprechender Gewandung gezeigt.

Christel Hildebrandt hat die Kleidung nach Originalfunden geschneidert, die bei den berühmten Moorleichen entdeckt wurden. "Durch die neuen naturwissenschaftlichen Methoden konnte man auch die Farben rekonstruieren", erklärt Irmhild Georg. Eine Karte, auf der Siedlungen, Gräberfelder und Einzelfunde vermerkt sind, sowie verschiedene Zeittafeln runden das Bild ab.

Die Tatsache, dass die Chatten als besonders wehrhafter Stamm galten, floss natürlich auch in die Texte antiker Schriftsteller ein, die man ebenfalls in Metze nachlesen kann. Sogar der Dichter Martial äußerte sich über die chattische Seife, die damals bei den Römern als Exportschlager beliebt war. Und wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich in einen Berg von Literatur vertiefen, die in Vergangenheit und Gegenwart über die Chatten publiziert wurde.

"Die Ausstellung stößt auf unheimliches Interesse", freut sich Irmhild Georg und präsentiert stolz die zahlreichen Gästebuch-Einträge. Allein am 16. Oktober waren innerhalb von drei Stunden 100 Besucher zu Gast bei den Urhessen. Die Ausstellung öffnet noch zwei Mal, am Sonntag, 6. November, und am Sonntag,  4. Dezember, jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr, ihre Pforten und natürlich nach telefonischer Vereinbarung mit Familie Georg unter Tel.: 05603 / 1882.

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