Gegen Komasaufen: Fritzlarer JugendFilmtage Teil der Prävention

Fritzlar. "Komasaufen" ist in aller Munde, die Fachleute nennen es Binge-Drinking, das Ergebnis ist oft ein Krankenhausaufenthalt. Einen Sp

Fritzlar. "Komasaufen" ist in aller Munde, die Fachleute nennen es Binge-Drinking, das Ergebnis ist oft ein Krankenhausaufenthalt. Einen Spitzenplatz belegt der Schwalm-Eder-Kreis in dieser Disziplin:  er belegt den zweiten Platz in der Statistik der Alkoholvergiftungen von jungen Leuten unter 20 in Hessen.

Dem entgegenzuwirken ist ein Netzwerk aus staatlichen Stellen, karitativen Verbänden und Schulen angetreten. Zudem bekämpft man den Nikotinkonsum.

Ein Baustein der Präventionsarbeit sind die JugendFilmtage "Nikotin und Alkohol - Alltagsdrogen im Visier" unter Führung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die vergangene Woche im Cine-Royal Fritzlar stattfanden.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Gezeigt wurden Spielfilme, in denen der Gebrauch der Alltagsdrogen nicht die Handlung bestimmt, sondern begleitet. "Wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger," betont Nana Sax, die Koordinatorin von der Bundeszentrale. Es sind Alltagsgeschichten aus der Welt der Jugendlichen in denen es um Freundschaft, Liebe, den ersten Kuß geht.

Landrat Frank-Martin Neupärtl betonte, dass die Einbettung der Filmtage in den Unterricht und die begleitenden Mitmach-Aktionen einen wichtigen Anteil an der Wirkung haben.

Letztere gab es einige: Die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und die DAK hatten an ihren Ständen  vom Quiz bis zur Eigenerfahrung mit der Rauschbrille einiges für die rund 1.000 Schüler zu bieten. Der ganze Besuch war für die 40 Klassen aus 10 Schulen kostenlos – dank Kinobetreiber Matthias Walther.

Gut eingebettet

Schulpsychologin Claudia Fritz, beim Schulamt für Suchtprävention zuständig, betonte die gute Einbettung der Filmtage in den Gesamtrahmen ihrer Arbeit. Neben anderen Sonderaktionen wie "rauchfrei", "Kenn Dein Limit" sorgen 40 geschulte Lehrer als Beratungskräfte in den Schulen des Kreises für Aufklärung. "Schon in der Grundschule fangen wir an," gab Claudia Fritz zur Auskunft.

Karl Christian Jany, der Suchtbeauftragte des Kreises, präsentierte die harten Fakten: Ziemlich genau 14 Jahre alt sind die Jugendlichen, wenn sie das erste Mal mit Alkohol in Kontakt kommen. Ihren ersten Rausch haben sie im Durchschnitt mit 16. Besondere Probleme die Wirkung einzuschätzen, haben anscheinend Mädchen. Sie füllen zu 70 Prozent die Krankenhausbetten in der Altersgruppe.

Die Alkoholvergiftungen treten vor allem im privaten Umfeld der Gleichaltrigengruppe auf. Der Grund wird darin gesehen, dass die Jugendlichen nicht warten bis der Alkohol voll durchschlägt, sondern immer weiter "drauf" trinken. "30 bis 60 Minuten dauert es, bis der Alkohol seine volle Wirkung entfaltet,"  warnt Jany. Oft sei die Konfirmation der erste Einstieg, hier wünscht man sich von den Erwachsenen zumindestens Führung.

Über die Wirkung der Präventionsarbeit will man jedoch keine genaue Aussagen machen. Doch das Zusammenwirken von gesetzlichen Sanktionen und den verschiedenen Maßnahmen in der Verhaltensprävention entfalte Wirkungen.So habe man im Bereich Nikotin starke Rückgänge zu verzeichnen.

Auch im Bereich Alkohol rechnet man durch die vielfältigen Anstrengungen mit messbaren Erfolgen.

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