Das Geheimnis der Mönche

Melsungen. Wenn es um Klöster geht packt Jürgen Eberle die Leidenschaft. Er legt Pläne auf den Tisch, holt Bücher und redet wie ein Wasserfall. Se

Melsungen. Wenn es um Klöster geht packt Jürgen Eberle die Leidenschaft. Er legt Pläne auf den Tisch, holt Bücher und redet wie ein Wasserfall. Seit 40 Jahren beschäftigt sich der 69-Jährige intensiv mit den Bauten des im Jahre 1098 gegründeten Zisterzienser-Ordens. Was als Hobby begann, ist für ihn längst zu einem wissenschaftlichen Großprojekt geworden.

Baugeschichte in Buchform

Einen Teil seiner Erkenntnisse hat der Melsunger nun in einem Buch auf 239 Seiten zusammen gefasst. Darin die genauen Baupläne der 86 Zisterzienser-Klöster in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Den Konstruktionsingenieur interessiert vor allem die Anlage der Klöster, das Systematische. "Es gibt in der Baugeschichte nichts Exakteres", sagt Eberle, gleichzeitig bewundere er archaische Reduziertheit auf das Wesentliche.

Das Besondere: Alle Klosterbauten der Mönche folgen einem bestimmten Muster. Dahinter stand modernstes Management und ein Generalplan. "Der wurde nie schriftlich festgehalten", erklärt Eberle fasziniert, "trotzdem haben sich die Erbauer – mit kleinen regionalen Abweichungen - über die Jahrhunderte immer wieder daran gehalten." Heute ist davon allerdings nur noch wenig zu sehen. Die wenigsten Klöster sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Manche sind vom Erdboden verschwunden, andere Ruinen, überbaut oder nur noch in Teilen erhalten.

Ganz Europa bereist

Um trotzdem an die Baupläne fast sämtlicher Klöster zu kommen, hat Eberle schon ganz Europa bereist. Hat fotografiert, in Archiven gewühlt und maßstabsgerechte Grundrisse gezeichnet.

Jeder Urlaub stand so im Zeichen mittelalterlicher Architektur. "Selbst wenn wir mal unserem Sohn zuliebe ans Meer gefahren sind", erzählt er, "waren Abstecher ins Landesinnere obligatorisch."

Beschwert hat sich deshalb niemand. "Ich habe die ganze Familie mit dem Virus angesteckt", sagt Eberle lachend. Und so sucht seine Frau Christel in Bibliotheken nach historischen Quellen und Sohn Lars, der als Grafikdesigner arbeitet, hat die Gestaltung des Buches übernommen. "In dem Buch stecken einige Doktorarbeiten", sagt Eberle. Es dürfte ein Standardwerk der Baugeschichte werden und unverzichtbar für Kunsthistoriker, die sich mit der untergegangenen Klosterkultur beschäftigen.

Vorstellung am 29. März

Der Öffentlichkeit vorstellen will der in Felsberg aufgewachsene Nordhessen sein Buch am Dienstag, 29. März um 19.30 Uhr in der Melsunger BrückenBuchhandlung. Dabei wird es nicht nur um die Architektur der Zisterzienser gehen, sondern auch um deren Leben. Denn Eberle hat bei seiner Forschungsarbeit so manche Anekdote aufgeschnappt. Mit dabei sein wird auch Pater Dr. Hermann-Josef Roth, der Chefredakteur der wichtigsten Ordenszeitschrift der Zisterzienser.

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