Das Geheimnis der Schwarzpappeln

+

Cappel. Die vom Aussterben bedrohten Schwarzpappeln in der Ederaue bei Cappel umweht ein dunkles Rätsel.

Cappel. Die Schwarzpappel gehört zu den wenigen Bäumen in Deutschland die tatsächlich vom Aussterben bedroht sind. Zu den wenigen Orten an denen sich noch ein kleiner Restbestand erhalten hat gehören die Ederauen zwischen Cappel und Niedermöllrich. Und auch das ist nur einem tragischen Geschehen zu verdanken. Doch dazu später.

Baum braucht Hochwasser

Zunächst einmal ist die Schwarzpappel auf einen ganz bestimmten Boden angewiesen. "Rohboden" nennen den die Experten. Er ist eigentlich nur dann zu finden, wenn bei einem Hochwasser Flächen freigeschwemmt werden. "Ansonsten", sagt Juliane Bieling, die beim Forstamt Jesberg für den Naturschutz zuständig ist, "hat der Baum keine Chance sich durchzusetzen." Doch durch die Regulierung der Flüsse kommt es seltener zu starken Hochwassern, der Boden wird nur selten weggeschwemmt.

Zwei Versuche, den seltenen Baum an der Eder wieder anzupflanzen sind bereits gescheitert. Zunächst sollten bei Hochwasser geflutete Altarme der Eder der Schwarzpappel den Boden bereiten. Was jedoch scheiterte. Und auch die danach gepflanzten Setzlinge vertrockneten. Im dritten Anlauf soll es nun gelingen.

"Mit bereits herangewachsenen Setzstangen haben wir größere Anwuchschancen", glaubt Bieling. Zumal diese einen Meter tief in die Erde gesetzt werden, damit sie direkten Zugang zum Grundwasser haben.

Finanziell unterstützt wird die Aktion des Forstamtes durch die Kreissparkasse Schwalm-Eder, die 2.000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Des Rätsels Lösung

Bei der Übergabe des Schecks löste Bieling denn auch noch ein kleines Rätsel um die Schwarzpappeln: "Wir haben uns gefragt, warum die vorhandenen Bäume alle 70 Jahre alt sind", so die Hessen-Forst-Mitarbeiterin.

Die Lösung. Die Sprengung der Staumauer am Edersee durch britische Bomber während des Zweiten Weltkriegs löste eine gewaltige Flutwelle aus. Deren Zerstörungskraft war enorm und hatte für Mensch und Vieh entlang der Eder tragische Folgen. Der Schwarzpappel jedoch bot sich eine einmalige Chance.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Zwei Verletzte nach Frontalzusammenstoß auf B254

Trotz des heftigen Frontalaufpralls erlitten beide Fahrzeugführer glücklicherweise nur leichte Verletzungen
Zwei Verletzte nach Frontalzusammenstoß auf B254

Jesberg: 81-Jährige kracht frontal in Lkw

Golf-Fahrerin schwer verletzt - Lkw-Fahrer kam mit dem Schrecken davon
Jesberg: 81-Jährige kracht frontal in Lkw

Unbekannte entsorgen Müll an A 49

Sowohl am Parkplatz „Scharfenstein“ wie auch am Parkplatz „Am Sonnenborn“ fanden Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Möbel, Elektrogeräte und unzählige weitere Gegenstände 
Unbekannte entsorgen Müll an A 49

Felsberg-Niedervorschütz: Hubsteiger abgebrannt

Brandursache ist vermutlich ein technischer Defekt - Der Besitzer schätzt den Wert des Hubsteigers auf ca. 25.000 Euro.
Felsberg-Niedervorschütz: Hubsteiger abgebrannt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.