Rot und Gelb warten auf Grün

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Schwalm-Eder. Post für den grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Kreispolitiker fürchten um Straßenbauprojekte im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Angst geht um. Die Angst, dass zwei Straßenbauprojekte im Schwalm-Eder-Kreis unter der Ägide des neuen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir vollends auf der Strecke bleiben. Mit Ex-Verkehrsminister Dieter Posch und Landrat Frank-Martin Neupärtl haben sich nun zwei politische Schwergewichte aus dem Kreis mit

Bitt-Briefen persönlich an den Grünen im Ministeramt in Wiesbaden gewandt. Thema: Der Lückenschluss an der A 49 und die Ortsumfahrung in Felsberg. Zwei Projekte, die allerdings schon seit Jahrzehnten nicht so recht voran kommen.

So bittet Neupärtl Al-Wazir "den Weiterbau der A 49 voranzutreiben und sich bei der Bundesregierung für eine Sicherstellung der Finanzierung aus Bundesmitteln einzusetzen". Der SPD-Landrat bezeichnet die A 49 in seinem Schreiben als "Lebensader", wenn es um die positive wirtschaftliche Entwicklung und die Entlastung der entlang der B 3 lebenden Menschen geht.

"In einem Ministerleben gibt es Dinge, die einem besonders ans Herz gelegt werden, man bemüht sich und trotzdem ist der Angelegenheit kein Erfolg beschieden.Mir erging es so bei der Planung der Ortsumgehung Felsberg."

(Ex-Verkehrsminister Dieter Posch)

Gar in einem sehr persönlichen Ton wendet sich Ex-Verkehrsminister Posch an seinen Nach-Nachfolger in Wiesbaden. "In einem Ministerleben gibt es Dinge, die einem besonders ans Herz gelegt werden, man bemüht sich und trotzdem ist der Angelegenheit kein Erfolg beschieden", schreibt er, und fügt hinzu: "Mir erging es so bei der Planung der Ortsumgehung Felsberg."

Dabei räumt Posch durchaus – auch eigene – Fehler ein. So hatte die Stadt – auf Anraten des damaligen FDP-Ministers versucht, das notwendige Baurecht im Wege eines Bebauungsplans zu schaffen. "Eine Entscheidung, deren Richtigkeit man im Nachhinein bezweifeln kann", so Posch, "weil sich herausgestellt hat, dass die Planung im Hinblick auf naturschutzrechtliche Belange intensiver fachlicher Unterstützung bedarf." Was folgte war Stillstand und ein Minister der seinen Hut nehmen musste. Sein Nachfolger Florian Rentsch wiederum forderte für den Bau in Vorleistung zu gehen. Für die hochverschuldeten Stadt Felsberg nicht zu stemmen. Noch einmal machte Posch aus dem Ruhestand seinen Einfluss in Wiesbaden geltend und konnte seinen FDP-Parteifreund umstimmen. Gebaut wurde trotzdem nicht. Zu kurz die Episode Rentsch in Wiesbaden. Al-Wazir wiederum ließ die Ortsumgehung wieder fallen. Eine Finanzierung sei nicht möglich, so die letzte Botschaft aus dem Ministerium.

Landrat Neupärtl hat den Verkehrsminister in den Schwalm-Eder-Kreis eingeladen, um den Weiterbau der A49 gemeinsam zu erörtern. Und auch Posch bietet ein persönliches Gespräch an. Ob und wann Al-Wazir annimmt, ist noch offen.

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