Geld vom Dorf fürs Dorf: Energiewende aus deutschen Spardosen finanzieren?

Nordhessen. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Energiewende ist die "hohe Kante" der deutschen Sparer ins Blickfeld ge

Nordhessen. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Energiewende ist die "hohe Kante" der deutschen Sparer ins Blickfeld genossenschaftlicher Energieversorger gerückt.

"Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele" – so lautete die Kernbotschaft einer Veranstaltung über Energiegenossenschaften im Haus der Generationen im Alheimer Ortsteil Heinebach. Unter der Überschrift "Zukunftsfähige Energieversorgung" hatte die "naturkraft-region" mehr als 70 Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Diskussion eingeladen.

Den Gästen aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder stellte naturkraft-Geschäftsführerin Dr. Brigitte Buhse zunächst die aktuellen Zahlen über Erzeugung und Verbrauch von Energie aus der Region vor.

Auf vielen Schultern

So beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in den beiden Landkreisen momentan knapp 16 Prozent. Lediglich etwa ein Fünftel der Deutschen besitzt eine eigene Anlage zur Erzeugung regenerativer Energie oder eine Beteiligung.

Das größte Investitionshemmnis sind laut Dr. Buhse noch immer fehlende Finanzierungsmöglichkeiten. Dem könnte durch die Bildung von örtlichen Energiegenossenschaften begegnet werden, meint Michael Diestel vom Kreisbauernverband Rhön-Grabfeld.

Gewusst, wie

Auf diese Weise blieben die Potenziale von Windkraft, Photovoltaik und Biogas nicht überregionalen Investoren überlassen. Jeder könne durch eine finanzielle Einlage Mitglied der Energiegenossenschaft werden, wodurch sich der Investitionsaufwand für eine Anlage auf viele Schultern verteilt.

Durch die Einspeisevergütung werde, je nach Projekt, eine Mindestrendite von drei bis fünf Prozent erreicht."Die Deutschen sind Weltmeister im Sparen: 5.000 Milliarden Euro liegen deutschlandweit "auf der hohen Kante", berichtete Diestel weiter. "Schaffen wir es, nur einen Bruchteil dieses Geldes in solche nachhaltigen Energieprojekte zu investieren, können wir die Energiewende wirklich schaffen – und die Gewinne werden die ländlichen Regionen unterstützen."

Mit der "Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg" (GeGeFe) stellte Friedwart Vogel ein Beispiel aus der Region vor. Ihre Genossen kümmern sich neben der Energieerzeugung auch um die Erhaltung der Felsberger Altstadt und die Förderung der Lebensqualität.

Weitere Präsentationen und Infos über Genossenschaftsgründungen gibt es unter www.naturkraft-region.de.

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