Gesellschaft mit beschränkter Haltbarkeit - Kur-GmbH-,Ausflug' kostet zweimal 90.000 Euro

Bad Zwesten. Eine kleine Anfrage mit großer Bedeutung  beantwortete die Stadtverwaltung letzte Woche bei der Parlamentssitzung in Bad Zwesten. Ihr I

Bad Zwesten. Eine kleine Anfrage mit großer Bedeutung  beantwortete die Stadtverwaltung letzte Woche bei der Parlamentssitzung in Bad Zwesten. Ihr Inhalt birgt Sprengstoff und das Ende einer langen Geschichte. Die Frage nach der Endabrechnung des Projektes "Kur- und Tourismus GmbH" konnte leicht beantwortet werden und wirft doch die Frage nach dem Sinn der Auflösung auf.

Starker Start

Die Krise der Kurverwaltung Bad Zwestens sollte die GmbH beenden, nachdem unabhängige Gutachter der Kurverwaltung kein gutes Zeugnis ausgestellt hatten. Neue Konzepte, neue Materialien, neue Ideen sollten entstehen. Nicht zuletzt versprach man sich Kosten zu sparen und den Kurbetrieb zu modernisieren. Die Kur- und Tourismus GmbH hätte wohl für vieles gut sein können.Monate der Diskussion mit etlichen Sitzungen in Ausschüssen und dem Gemeindeparlament vergingen, bis man sich schließlich auf ihre Gründung einigte. Die Vorteile lagen auf der Hand. Die Verwaltung zog Beratungsbüros hinzu. Steuer-, Personal- und Rechtsfragen riefen nach professioneller Bewertung und Beantwortung. Ein mehrstufiges Bewerbungs- und Assessment-Verfahren ergab einen Geschäftsführer, dem Jeder Eignung zusprach. Uli Dickas begab sich sofort ans Werk im neuen Konstrukt. Moderne Werbematerialien, innovative Ideen und nicht zuletzt zum ersten Mal schwarze Zahlen beim Lichterfest waren das Ergebnis. Niedrigere Verwaltungskosten und hohe Flexibilität lobte der Geschäftsführer.

Schnelles Ende

Keine acht Monate später machten Grüne und SPD das Konstrukt platt. Die Begründung: steuerliche Probleme.  Man hatte ein Restrisiko gefunden und einen Vertragsentwurf erstellt, um auch dieses noch abzusichern. In der Sitzung zur Abstimmung des neuen Vertrages kippten SPD und Grüne die GmbH. "Ohne Not", so Geschäftsführer Dickas damals. Im Nachhinein stellt eine Prüfung des Finanzamtes fest: Das Restrisiko bestand gar nicht.18 Monate Arbeit standen bis dahin auf dem Stundenzettel von Parlamentariern und Verwaltungsangestellten. Immer neue Wünsche der Parteien, die in einen Vertrag eingearbeitet werden mussten, der nur wenige Monate hielt, verzögerten den Prozess.Nun kommen die finanziellen Belastungen, die das Projekt und seine postwendende Abwicklung verursacht haben dazu: 93.410 Euro. Davon entfallen auf die Gründung rund 30.000 Euro, die Abwicklung beziffert die Verwaltung und das Steuerbüro Neumann auf  63.400 Euro.Hoch sind ebenfalls die Ausfälle durch die fehlende Sparwirkung der GmbH. Bei einer fünfjährigen Laufzeit der GmbH hätte die Gemeinde noch einmal rund 90.000 Euro gespart.Uli Dickas, zuletzt als Liquidator statt als Marketing-Experte tätig, hat sich nun auch von dieser Tätigkeit freistellen lassen und verlässt das Experimentierfeld Bad Zwesten. Die Politiker in der Gemeinde haben sich schon anderen Streitfeldern zugewandt. Die rund 180.000 Euro trägt der Steuerzahler in der Kurgemeinde.

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