Gesundheitspolitik im Blickpunkt

Von ANDREAS TH. BERNHARDMelsungen. Ein Blick in die Zukunft. So in etwa drfte sich die hessische Sozialministerin Silke Lautenschlger vorg

Von ANDREAS TH. BERNHARD

Melsungen. Ein Blick in die Zukunft. So in etwa drfte sich die hessische Sozialministerin Silke Lautenschlger vorgekommen sein, bei ihrem Besuch bei B.Braun in Melsungen. Staunend stand sie vor den riesigen Panoramafenstern, dahinter hermetisch abgeriegelt die hochreinen Produktionsanlagen. Kein Mensch zu sehen. Vollautomatisch heben blaue Krne kleine braune Kartons von einem Flieband auf das nchste. Es wirkt fast wie ein Spielzeugland, doch der stolz der Gastgeber ist zu spren: Hier prsentiert sich High-Tech made in Germany.Politik informieren

Der Rundgang auf der Galerie der Fabrikhalle war allerdings nur die Zugabe, bei einem Besuch, dessen Thema eigentlich die Innovationsfeindlichkeit der deutschen Gesundheitspolitik war. So zumindest sehen es die Manager der Medizintechnikhersteller, deren Bundesverband eingeladen hatte.

Dass so eine Einladung eine Form der Werbung fr die eigene Sache ist, bestritt denn Dr. Meinrad Lugan aus dem Vorstand von B.Braun nicht. Jedoch, so sagte er, geht es im wesentlichen darum, die Politik zu informieren. Worber diese aufgeklrt werden sollen ist klar: Nur 0,1 Prozent der Gesamtausgaben der deutschen Kliniken flieen in innovative Produkte, so haben die Medizintechnikfirmen errechnet. Noch ist Deutschland fhrend in der erstmaligen Anwendung vieler Medizintechnologien, so Dr. Lugan, doch bietet das derzeitige Finanzierungssystem den Krankenhusern keinen Anreiz zur schnellen Einfhrung von Neuerungen. Der Effekt: Den Patienten bleiben die neuesten und effektivsten Therapien vorenthalten.Strke: Innovation

Als Beispiel nannte er eine neue Linse zur Behandlung der Augenkrankheit Grauer Star, von der jhrlich etwa 165.000 Menschen betroffen sind. Eine Neuentwicklung sei wesentlich besser als die bisherigen Linsen, aber noch nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen worden. Dies knne, nach dem Willen des Gesetzgebers, immer nur zum 1. Oktober eines Jahres geschehen. Wenn wir also am ersten November etwas Neues entwickelt haben, so Lugan, mssen wir fast ein Jahr auf die Einfhrung warten. Inakzeptabel fr eine Branche, die ihre Strke in immer neuen Innovationen sieht.Sozialministerin Silke Lautenschlger hielt sich nach ihrer Stippvisite in Nordhessen mit konkreten Aussagen zurck. Die Gesprche waren sehr spannend und informativ, verriet sie und betonte, dass jeder Zugang zu Innovationen haben sollte. Ihre Eindrcke wolle sie mit nach Berlin nehmen, so ihr sagte sie zum Abschied, denn dort werde ber die Gesundheitspolitik entschieden.

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