Da ging so richtig die Post ab

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Treysa. Hübsche Meerjungfrauen, betrunkene Matrosen, grölende Bierflaschen und jede Menge Witz: Die 1. Prunksitzung des KKdLT hatte einiges zu bieten.

Treysa. "Selbst das Sofa kann nicht locken, wenn in Trees die Narren rocken" – Das Motto der 56. Kampagne des Karnevals Komitees der Liedertafel Treysa (KKdLT) klingt vielversprechend. Und tatsächlich: Zur ersten Prunksitzung am vergangenen Samstagabend pilgerten rund 400 kostümierte Besucher in die Treysaer Festhalle.

Sie erlebten ein fünfstündiges Unterhaltungsprogramm aus Büttenreden, Tanzeinlagen und närrischen Beiträgen. An den Tischen war es eng, die Auftritte schrill, die Musik laut und die Stimmung ausgelassen. "Trees alleweil und Harthberg helau", schallten immer wieder die Rufe der begeisterten Gäste durch die bunt geschmückte Festhalle. Nachdem der Elferrat Einzug hielt und die Sitzungspräsidenten Karl-Heinz Aringer und Thorsten Trebing den Abend offiziell eröffneten, geriet Schwalmstadts Bürgermeister, Dr. Gerald Näser, erstmals in den Mittelpunkt. Wie in der fünften Jahreszeit üblich, musste dieser den Stadtschlüssel an das Prinzenpaar übergeben.

Näser appellierte noch kurz an Prinz Willi den I. von der Vogelsberger Mühle und Prinzessin Inge die I. von Rhythmus und Orchidee, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Zumindest am Abend der ersten Prunksitzung soll nicht mit Humor gegeizt werden, so der Rathauschef. Gesagt – getan: Komitee-Chef Günter Felgenhauer gab den Startschuss für ein facettenreiches Programm. Sofort heizte die Kinder- und Jugendgarde den eingefleischten Karneval-Liebhabern mächtig ein. Der Johannismann, alias Christian Jatzko, äußerte lauthals seinen Unmut über die Baustelle im Wieragrund und den Ziegenhainer Weihnachtsmarkt. Bei ihm bekamen aber auch die Befürworter der Tempo-Dreißig-Zone am Ziegenhainer Wallgraben ihr Fett weg. Die Kolibris überraschten in diesem Jahr als Meerjungfrauen und Matrosen. Martin Zimprich berichtete von seinen alltäglichen Abenteuern als Babysitter und Hausmann.

Dann der zweite Auftritt Näsers und vorzeitiger Höhepunkt des kurzweiligen Programms: Zusammen mit Dieter Dötenbier, Georg Herche, Konrad Jakobsen, Reinhard Lückert und Horst Wagner marschierte Näser als Bierflasche im Six-Pack ein. Der Saal tobte. Dann dichtete die "Treeser Spätlese" den bekannten Rock-Klassiker "We will rock you" kurzerhand um. Fortan hieß es "Wie, wo, was weiß Näser". Jetzt hielt es die Besucher endgültig nicht mehr auf ihren Sitzen. Schlagzeuger Reinhold Reitz, Gitarrist Mathias Geb, Bassist Bernd Adam und Karl-Heinz Aringer am Akkordeon unterstützten die Sänger mit der passenden Musik. In den Fokus rutschte auch Edith Trebing. Die gute Seele des KKdlt erhielt zum Dank für ihr 50 Jahre langes Engagement im Karnevalsverein das goldene Vlies. Über 1.000 Kostüme soll Trebing bereits genäht haben. Dann durfte wieder kräftig aufs Korn genommen werden. Diesmal traf es den Tunnelbau in Frankenhain.

Die "Egadis" schilderten die Problematik des Baus am Beispiel des Käfers Karl. Kajo Freischem sorgte als "Wühlmaus-Torero" für herzhafte Lacher. Die "Mixed Pickles" parodierten Sketche aus Funk und Fernsehen und strapazierten dabei die Lachmuskeln der Besu cher. Als die "Gazellen" ihr graziles Bewegungstalent unter Beweis stellten, blieb endgültig kein Auge mehr trocken. Und obwohl sich das offizielle Programm allmählich dem Finale näherte, war noch längst kein Ende in Sicht. Im Gegenteil: Noch bis spät in die Nacht tanzten, tratschten, lachten und schunkelten die unermüdlichen Treeser Narren.

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