Glühwein, Grillwurst und Gedränge

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Treysa. Zum Scherzmarkt pilgerten tausende Besucher in die Oberstadt.

Treysa. Dichtes Gedränge herrschte am vergangenen Samstag in der Treysaer Oberstadt. Grund hierfür war der traditionsreiche Scherzmarkt. Viele Händler reisten bereits am Freitagabend an, um ihre Stände aufzubauen. Andere bereiteten sich erst am frühen Samstagmorgen auf das große Geschäft vor. Unzählige Marktstände und Buden säumten Burggasse, Mainzer Gasse, Zwalmstraße, Am Angel, Herbstgasse sowie Wagner- und Steingasse. Um acht Uhr war es schließlich soweit: Die ersten Besucher begaben sich auf "Schatzsuche". Lautstark machten mehr als 200 Händler auf ihre Waren aufmerksam. Einige Besucher jagten gezielt diverse Schnäppchen, andere bummelten gemütlich durch die Straßen und Gassen der größten Stadt des Schwalm-Eder-Kreises. Die Angebote reichten von Gegenständen des täglichen Bedarfs, über Lebensmittel bis Schnäppchenware. Neben Topfpflanzen, Gardinen und Kleidung konnten auch Haushaltswaren, Schmuck und Spielsachen erworben werden. Wie es sich für einen echten Krammarkt gehört, wurde an allen Ständen hartnäckig gefeilscht und verhandelt.

Erholung und Stärkung

Auf dem Marktplatz konnten sich Besucher erholen und stärken. Der Duft von Glühwein und Grillwurst lag in der Luft. Im Sinne des verstorbenen Schaustellers Kurt Schmidt bewirtete das Team des Schwälmer Grillstübchens, unter Leitung von Roswitha Panzer, die Marktbesucher mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten.

Neue Gesichter und alte Bekannte

Einige Händler nahmen zum ersten Mal am Scherzmarkt teil, andere zählen bereits zum festen Inventar des Treysaer Krammarktes.

So bot Familie Salina aus Fulda bereits zum zehnten Mal in Folge Geldbörsen, Lederwaren und Spielsachen in der Steingasse an. Sogar seit 35 Jahren baut Sven Gahrau seinen Stand am Scherzmarkt auf. Inzwischen habe er in Treysa viele Stammkunden gewonnen. In seinem Sortiment: Glückwunschkarten, Hosenträger, Stoffwaren und Nähgarne. Sein Erfolgsrezept sei der richtige Umgang mit den Menschen. Gahrau: "Der Kunde muss immer etwas Positives mitnehmen. Das muss nicht immer Ware sein. Unterhaltung und Lachen ist ebenso wichtig."

Etwa hundert Meter weiter baut Familie Weber aus Kassel den eigenen Marktstand wieder ab. Es ist bereits 19 Uhr. Mützen, Schals und Schmuck sind jetzt nicht mehr gefragt. Stattdessen verlagert sich der Trubel in die heimeligen Lokale der Oberstadt, in denen Freunde und Bekannte den Scherz-Tag in geselliger Runde ausklingen lassen. Familie Weber ist zufrieden mit dem Umsatz am heutigen Tag. Sie wussten ohnehin nicht, mit wieviel Gewinn sie zu rechnen hatten, schließlich nahmen sie zum ersten Mal am Scherzmarkt teil. Während die Händler inzwischen selbst in den Lokalen sitzen oder bereits die Heimfahrt angetreten haben, brennt in einem Stand noch immer Licht:

In der Mainzer Gasse hofft der Chilene Hugo Sosa Salas auf weitere Abnehmer seiner Ware. Für seine Kunden hält er auch in den späten Abendstunden noch "gute Qualität zu einem noch besseren Preis" bereit. Das Besondere seiner Ware: Natürliches Material. Die Schafs- und Angorawolle, aus der seine Strickwaren entstanden, stammen aus Tibet und den Anden. Seinen Schmuck hat Sosa Salas zum großen Teil selbst angefertigt.

Auf die Fortsetzung des über 500 Jahre alten Marktes freuen sich viele Händler und Besucher schon jetzt. Freunde und Bekannte nutzten bereits die Gelegenheit, sich für den 28. Dezember des kommenden Jahres zu verabreden. Auch dann soll wieder ausgiebig gescherzt werden.

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