Großer Ärger um kleine Beträge

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Fritzlar. Unberechtige Abbuchungen: Mobilfunkanbieter "Klarmobil" lenkt nach Recherchen unserer Zeitung ein

Fritzlar. "Beinahe wären mir die zwei Euro gar nicht aufgefallen", sagt Kristina Draude-Schröder. Doch dann sah sie es auf ihrem Kontoauszug: Eine Abbuchung des Mobilfunk-Anbieters "Klarmobil". "Ich dachte sofort, dass kann doch gar nicht sein", berichtet die Mutter von drei Kindern aus Fritzlar. Denn schließlich hatte sie den Handyvertrag mit "Klarmobil" schon 2007, also vor sieben Jahren, gekündigt und seitdem auch nichts mehr von dem Unternehmen gehört.Draude-Schröder beschließt das Geld einfach von ihrer Bank zurückbuchen zu lassen. Denkt es sei wohl nur ein Irrtum gewesen.

Immer neue Mahnungen

Doch dann erhält sie eine schriftliche Zahlungserinnerung von "Klarmobil". Zu den zwei Euro kommt nun noch eine zweite Forderung von 9,50 Euro. Macht 11,90 insgesamt. Zu zahlen innerhalb einer Woche.Wofür das Geld zu zahlen ist, bleibt unklar. Auf der Mahnung stehen nur zwei Rechnungsnummern. "Und", so versichert Draude-Schröder, "ich habe nie – weder per Post noch per Email – eine Rechnung bekommen."Daraufhin schreibt sie an die Zentrale des Mobilfunk-Discounters in Hamburg, erklärt, dass sie den Mobilfunkvertrag doch schon längst gekündigt hat.Doch statt einer Antwort erhält sie die zweite Mahnung. Diesmal erhebt "Klarmobil" zusätzlich "Mahnkosten" von 2,95 Euro.

Strafanzeige gegen Klarmobil

Wenige Tage später: Wieder eine Abbuchung von ihrem Konto. Diesmal ein Euro.Entnervt wendet sich Draude-Schröder an die Polizei in Fritzlar und erstattet Strafanzeige gegen den Konzern wegen versuchten Betruges und versuchten Diebstahls. "Anders", so sagt sie, "weiß ich mir nicht mehr zu helfen."Ein Blick ins Internet zeigt: Immer wieder klagen Ex-Kunden in Foren über die aus ihrer Sicht unberechtigte Abbuchung von Kleinbeträgen durch "Klarmobil".

Rechnungsbeträge intern erlassen

Doch weder die Verbraucherzentrale Hessen noch die Polizei sehen eine Häufung solcher Fälle. "Wir hatten in den letzten vier Jahren vier Anzeigen gegen Klarmobil in Hessen", so Polizeisprecher Markus Brettschneider. Das sei nicht ungewöhnlich. Und auch Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen sieht keine Masche hinter den Abbuchungen. "Solche Fälle gibt es, diese müssen aber im Einzelfall betrachtet werden", betont sie. Verbrauchern empfiehlt sie regelmäßig die Kontoauszüge zu prüfen und sich notfalls zur Wehr zu setzen.Nach dem "Klarmobil" von den Recherchen der Heimat-Nachrichten erfährt, lenkt das Unternehmen plötzlich ein. In einem Schreiben an Draude-Schröder behauptet der Mobilfunkanbieter nun, man habe bisher keine Kündigung erhalten. Bei den abgebuchten Beträgen handele es sich daher um "Grundgebühren". Warum diese erst Jahre später erhoben werden sollten, erklärt "Klarmobil" allerdings nicht. Immerhin: Im "Sinne der Kulanz", so das Unternehmen weiter, "haben wir Ihnen die Rechnungsbeträge bereits intern erlassen."

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