„Haarspende“-Tag am 26. April: Alte Zöpfe bringen neue Chancen für kranke Kinder

Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
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Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann von ihrer Freundin und Friseurin Hanne Ebert die Haare für einen guten Zweck abschneiden.

„Es kostet nichts, außer vielleicht ein wenig Mut”. Christine Ullmann weiß wovon sie spricht. Bereits zum dritten Mal verabschiedete sich die 41-Jährige für einen guten Zweck von ihrer langen Haarpracht. Die Hombergerin ist seit 2015 „Haarspenderin“. Wie die Idee dazu entstand, erzählte sie uns zusammen mit ihrer Friseurin und Freundin Hanne Ebert bei ihrem „Spendentermin“ im Homberger Friseursalon „Abschnitt 2.0“.

Homberg. Endlich wieder zum Friseur gehen können. Für viele Menschen war die Nachricht, dass die Friseursalons Anfang März ihre Türen wieder öffnen können eine wahre Erleichterung. Denn nachdem die Friseure im Lockdown über Wochen geschlossen hatten, haben sich viele Menschen notgedrungen die Haare wachsen lassen.

Große Vorfreude auf ihren langersehnten Friseurbesuch gab es auch bei Christine Ullmann. Eigentlich wollte die 41-Jährige schon im Januar zum Friseur, doch der Lockdown kam dazwischen. Auf der einen Seite ärgerlich, auf der anderen Seite aber auch von Vorteil, denn so konnten die Haarpracht der Hombergerin noch einige Zentimeter wachsen. „Über 30 Zentimeter sind es“ stellt Hanne Ebert fest, während sie das Haar ihrer Freundin und treuen Kundin durchbürstet und noch einmal den Zollstock ansetzt. „Das ist mehr als genug“, erzählt die Friseurgesellin „um die Haare zu spenden“.

Die Überbleibsel des langersehnten Haarschnitts müssen nämlich nicht unbedingt weggeworfen werden, sie können auch an schwerkranke Kinder gespendet werden. Seit 2015 arbeitet der Friseursalon „Abschnitt 2.0“ mit der Stiftung „It’s for kids“ zusammen. Diese hat sich unter anderen auf die Fahnen geschrieben, mit den gespendeten Haarzöpfen Kinder zu unterstützen, die aufgrund verschiedener Erkrankung, wie beispielsweise Krebs ihr Haar verloren haben. „Aus den Haaren unserer Kundinnen werden Echthaarperücken hergestellt, die betroffenen Kindern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“, erzählt Hanne Ebert weiter während sie die Haare von Christine Ullmann sorgfältig zu einen Zopf flechtet.

Die Idee, „Haarspenderin“ zu werden kam Christine Ullmann vor rund sechs Jahren. „Eine gute Freundin von mir ist an Krebs erkrankt und 2014 verstorben“, berichtet die 41-Jährige. „Ich habe sie während ihrer Krebserkrankung intensiv begleitet und hautnah miterlebt, wie sie ihre Haare verloren hat. Aus Solidarität wollte ich mir damals ebenfalls meine Harre abrasieren, doch das hatte sie abgelehnt“, erinnert sich Christine Ullmann. Aus dieser Erfahrung heraus hat sie zusammen mit Hanne Ebert die Idee entwickelt, ihre abgeschnittenen Haare für die Herstellung von Echthaarersatz für Krebskranke zu Verfügung zu stellen.

„Wir haben lange nach einer passenden Organisation gesucht, mit der wir zusammenarbeiten wollen“, berichten die beiden Freundinnen, „und uns dann für ‚It‘s for kids‘ entschieden“. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der Stiftung aus Hilden sei gewesen, dass diese – über die Haarspende hinaus – mit verschiedenen Projekten misshandelten, vernachlässigten oder benachteiligten Kindern konkrete Hilfe leiste.

Christine Ullmanns Zopf ist Gold wert

Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik
Haarspenden im „Abschnitt 2.0“
Bereits zum dritten Mal ließ sich Christine Ullmann für einen guten Zweck die Haare schneiden. © Sorembik

Hanne Ebert setzt die Schere an und lässt sie mit gekonnten Schnitten oberhalb des Zopfgummis durch das gleiten. Ruckzuck ist der Zopf ab. Für Christine Ullmann ein Moment der Freude und Erleichterung. Ihre Entscheidung bereut habe sie nie, sagt die 41-Jährige – weder heute noch bei den ihren beiden vorhergehenden „Haarspenden“.“ Es sind doch nur Haare und die wachsen wieder nach.“

„Diese Einstellung hat zum Glück nicht nur Christine“, freut sich Hanne Ebert. Der Friseurgesellin liegt die Haarspendeaktion sehr am Herzen. „Nach dem ersten Lockdown hatten wir einige Kundinnen, die sich spontan entschieden haben, bei dem langersehnten Friseurbesuch ein paar Zentimeter mehr schneiden zu lassen, damit wir die Haare für unsere Spendenaktion verwenden können“.

Spendentag am 26. April

Damit noch mehr Zöpfe für den guten Zweck fallen, veranstalten Hanne Ebert und ihre Kolleginnen am Montag, 26. April, einen Spendentag. Ab 12 Uhr können sich spendenwillige Kunden nach vorheriger Terminvereinbarung (Tel. 05681/9313800) ihr Haar schneiden lassen und für „It’s for Kids“ spenden. „Der Haarschnitt erfolgt kostenlos, wir freuen uns aber über Geldspenden in unsere ,It’s for kids‘-Spendenbox“, so die Friseurgesellin abschließend.

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