Handwerker ehren ihre Besten: Meisterbriefe und goldene Meisterbriefe verliehen

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Schwalm-Eder. Heizungsbauer und Kraftfahrzeugtechniker, Elektriker, Friseurinnen, ein Rollladen- und Jalousienbauer sowie ein Konditor: Wer einmal di

Schwalm-Eder. Heizungsbauer und Kraftfahrzeugtechniker, Elektriker, Friseurinnen, ein Rollladen- und Jalousienbauer sowie ein Konditor: Wer einmal die ganze Vielfalt der Handwerksberufe kennen lernen wollte, dem bot sich am vergangenen Sonnabend in der Homberger Stadthalle die beste Gelegenheit. 39 neue deutsche Meister und Meisterinnen waren mit ihren Familien gekommen, um den großen Bilderrahmen mit ihrem Meisterbrief zu erhalten, auf dass er in Zukunft voller Stolz an der Wand ihres Geschäftes hängen möge.

"Ihr Fleiß, Ihr Können und Ihr Engagement sind für uns der Antrieb, um diese Feier auszurichten", begrüßte Kreishandwerksmeister Frank Dittmar die Gästeschar. Heinrich Gringel, der Präsident der Handwerkskammer Kassel, wies auf die große Bedeutung des Handwerks hin. 16.000 Betriebe mit 9.000 Auszubildenden trügen dazu bei, dass Nordhessen attraktiv bleibt.

"Wir arbeiten hier, wir verdienen unser Geld hier, und wir geben es auch wieder hier aus" beschrieb Gringel die "regionale Wertschöpfungskette", die gerade in Zeiten irrwitziger globaler Finanz- und Wirtschaftskrisen die "wichtigste Säule" für eine sichere Zukunft sei: "Vom Handwerk hört man kein Gejammer in der Krise, denn wir machen einfach unsere Arbeit!"

Mit Installateur- und Heizungsbauermeister Florian Hucke aus Borken sowie Elektromeister Stefan Ringleben aus Gudensberg wurden sogar zwei Jungmeister geehrt, die als Beste ihres Jahrgangs die Prüfungen bestanden haben.

Frauen in Männerberufen

Doch wie wenig selbstverständlich Emanzipation in manchen Bereichen ist bemerkte man an der besonderen Aufmerksamkeit für Carolin Koch aus Gudensberg, die "in einem typischen Männerberuf" ihren Meister als Dachdeckerin gemacht hat. Ihnen wie auch allen anderen neuen Meisterinnen und Meistern stehen große Chancen offen, werden doch alleine im Bereich der Handwerkskammer Kassel in den kommenden Jahren rund 3.000 Betriebe einen Nachfolger suchen.

Goldene Meisterbriefe

Die Grundlage dafür haben Männer wie Elektriker Heinz Gülland aus Homberg und Fleischermeister Arno Hain aus Malsfeld gelegt. Ihnen wie noch neun weiteren Handwerksmeistern konnten Goldene Meisterbriefe überreicht werden. 50 Jahre haben sie als Meister gewirkt, ihre Betriebe auf- und ausgebaut, Lehrlinge ausgebildet und auf mancherlei Weise ihre Städte und Dörfer geprägt.

"Das wirtschaftliche Rückgrat des Schwalm-Eder-Kreises ist die Handwerkerschaft", versicherte Landrat Frank-Martin Neupärtl den alten wie neuen Meistern: "Seien Sie stolz auf das, was Sie geleistet haben!"

Bevor das Buffet eröffnet und unter den schmissigen Klängen der Ottrauer Blasmusik von "Blechquadrat" gefeiert wurde, kam noch die Festrede - diesmal von der Kirche. Bischof Martin Hein von der Evangelischen Kirche freute sich über die Einladung in die "Reformationsstadt Hessens".

Ausführlich beschäftigte er sich mit der Frage, wie die Jungmeister zu Vorbildern für ihre Mitarbeiter werden können. Wer das, was er selber für sein Leben für wichtig erachtet, auch als Grundlage seines Umgangs mit Mitarbeitern nehme, werde einen "authentischen Führungsstil" entwickeln. Und für den werde es sich auf Dauer auch wirtschaftlich lohnen.

Dass es trotzdem nicht ganz ohne Hilfe geht, brachte Handwerkspräsident Gringel auf den Punkt: "Gott schütze das ehrbare Handwerk!"

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