Handwerksprotest: ,Ab Juli auf Null''

Solar-Firmen protestieren gegen RegierungsplneVon ANDREAS BERNHARDFelsberg. Ein Faustschlag ins Gesicht so bezeichnen vie

Solar-Firmen protestieren gegen Regierungsplne

Von ANDREAS BERNHARDFelsberg. Ein Faustschlag ins Gesicht so bezeichnen viele Solarfachbetriebe die Plne der Bundesregierung zur auerordentlichen Reduzierung der Einspeisevergtung fr Sonnenstrom um 16 Prozent ab 1. Juli. Entsprechend schlecht ist die Stimmung in der noch jungen Branche. Dies war deutlich zu spren bei der Protestkundgebung der Mitglieder des norddeutschen Verbands Nordsolar am vergangenen Freitag in Felsberg.Besondere Bedeutung in NordhessenGerade in Nordhessen hat die Solarbranche eine groe wirtschaftliche Bedeutung, betont Verbandschef Karl-Heinz Hsing. Seit der Einfhrung der Einspeisevergtung im Jahre 1990 seien tausende Arbeitspltze in der Industrie und dem Installationsgewerbe geschaffen worden.

Keine Auftrge nach Juli

Zumindest ein Teil davon sei nun durch die berstrzte und berhhte Krzung gefhrdet. Hsing: Keiner unserer Mitgliedsbetriebe hat ab Juli noch Auftrge fr neue Photovoltaikanlagen. Schuld sei die Verunsicherung der Kunden. Die Folge: Arbeitsvertrge von Mitarbeitern seien nicht verlngert worden, Entlassungen in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Einsparpotential ausschlielich bei den Modulen

Einsparpotential habe ich nur bei den Solarmodulen, erklrt dazu Karl-Heinz Lawrenz, der Geschftsfhrer von kotronik aus Felsberg. Billigere Ware komme aus China, doch da gebe es oft keine ausreichende Qualitt, was sich letztendlich als Schdlich fr die ganze Branche erweisen knne. Fr Hsing ist klar: Dann wird die Wertschpfung aus der vom deutschen Verbraucher finanzierten Einspeisevergtung zum groen Teil ins Ausland verlagert.Standortbezogene FrderungDeshalb fordert der Verband Nordsolar die Rcknahme der aus ihrer Sicht berzogenen Reduzierung der Einspeisevergtung. Auerdem, so der Verbandschef, sollte ber eine Flexibilisierung nachgedacht werden. In diesem Sinne knnten Anlagen in Gebieten mit weniger Sonne strker gefrdert werden. Ein Modell, das bei der Windkraft schon seit Jahren erfolgreich angewendet werde.

Petition gestartet

Eine hhere Frderung bruchten auch kleine Photovoltaikanlagen, wie sie auf Hausdchern installiert werden. In diesem Bereichgehen die Zahlen seit Jahren zurck, erklrt Hsing, mit der geplanten Krzung seien diese nur noch sehr begrenzt wirtschaftlich. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, macht Hsing sich und seinen Kollegen Mut. Um die Regierung doch noch zum Einlenken zu bewegen haben die Branchenverbnde Petitionen gestartet und suchen das Gesprch mit den Bundestagsabgeordneten. Auch eine Verfassungsklage sei nicht ausgeschlossen.

Sonnenergie wieder nur fr Weltverbesserer?!

Das Potential ist da, die Energieversorgung auf eine andere Schiene zu kriegen, appelliert Hsing an die Politik und fgt an: Das schlimmst was uns passieren kann ist, dass die Sonnenenergie wieder zu einer Sache allein von Weltverbesserern wird.

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