Hanken sei Dank: XXL-Ostfriese behandelt Tiere im In- und Ausland

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Schwalm-Eder. Der aus den Medien bekannte Pferde-Chiropraktiker Tamme Hanken macht auf seiner Behandlungstour Halt in Wiera.

Schwalm-Eder. Mit robusten Händen, so groß wie Untertassen, streicht der 2,07 Meter-Mann aus dem hohen Norden sanft entlang der Wirbelsäule über den Rücken des braunen Quarter Horse. Eine Blockade macht dem Tier zu schaffen und verhindert, dass sich "Great Einstein" nach links drehen kann. Aufgefallen ist das Besitzerin Yvonne Badouin beim Striegeln des Pferdes, weshalb sie Kontakt zu dem erfahrenen Pferde-Chiropraktiker  gesucht hat.

Der XXL-Ostfriese Tamme Hanken, auch bekannt als Knochenbrecher – so werden in Ostfriesland traditionelle Heilkundler bezeichnet – machte auf seiner Behandlungstour durch Deutschland Halt in Wiera.

Sein Arbeitsgerät sind seine Hände. Damit spürt Hanken Muskelverhärtungen und Wirbelfehlstellungen auf, um anschließend Wirbel, Gelenke und Muskeln wieder funktionstüchtig zu machen. Er übt Druck auf verhärtete Muskeln aus und dehnt sie längs und quer zur Faserrichtung. Möglicherweise reicht das schon, um einen verzogenen Wirbel wieder in die richtige Position zu bringen. Führt die Dehnung nicht zum Ziel, sorgt ein kontrollierter, schneller Handgriff dafür, dass sich die unter Spannung stehenden Muskeln und Sehnen reflexartig lockern. Der Fachmann bewegt dabei das Gelenk oder den Wirbel ein kleines Stück über das normale Maß hinaus: Es macht knack.

Doch behandelt er nicht nur Pferde. An diesem Tag gehören auch zwei Hunde – Randy und Navajo – zu seinen Patienten. Navajo hinkt, seitdem er aus dem Auto gesprungen ist und Randy ähnelt beim Laufen eher einem hoppelnden Hasen. Nach einer ersten Begutachtung widmet sich Hanken erst den Vorder-, dann den Hinterläufen der Hunde. Mit geübtem Griff und ausreichend Druck dehnt und knetet er die Glieder der Pfoten.

Das deutlich hörbare Knacksen geht nicht nur den tierischen Patienten durch Mark und Knochen. Noch einen gezielten Ruck an der Rute und fertig. Mit seiner Diagnose und (teils unorthodoxen) Tipps zur weiteren Behandlung schließt er die Patientenakte. Jetzt stehen eine Flasche Malzbier, Kürbiskernöl sowie der Blättermagen vom Rind auf dem täglichen Speisenplan Navajos. Sein Frauchen erzählte am folgenden Tag, dass er während des zweistündigen Spaziergangs nicht einmal mehr gehinkt habe. Den geplanten Termin in der Tierklinik in Siegen, wo er nach der Diagnose eines Schulmediziners unters Messer kommen sollte, kann dank Hanken abgesagt werden.

Aus Funk und Fernsehen

Überregionale Bekanntheit erlangte der 53-Jährige durch seine chiropraktischen Fähigkeiten an Tieren, im Speziellen an Pferden. Früher haben auch Menschen seine heilenden Hände in Anspruch genommen, diese Behandlungen hat er aber mittlerweile eingestellt. In Filsum betreibt er mit seiner Frau einen Pferdehof. Ungefähr drei Viertel des Jahres ist er unterwegs, um Tiere im In- und Ausland zu behandeln.

Über ihn wurden bereits mehrere Fernsehbeiträge sowie eine 30-teilige Doku-Soap beim NDR ausgestrahlt. Er war Gast bei Stefan Raab, Markus Lanz und Johannes B. Kerner. Zudem ist er Autor des Buches "Das Glück der Pferde in meinen Händen".

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