Hayfa soll ein Kind sein

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Schwalmstadt. Weihnachtsfeier im Asylbewerberheim unterstreicht die Sehnsucht der Flüchtlinge nach einem Leben ohne Krieg.

Schwalmstadt. Als Warda Ibrahim aus Somalia geboren wurde, war der Krieg schon da. Anstelle einer unbeschwerten Kindheit klafft in dem Leben der jetzt 18-Jährigen ein unendlich großes Loch. Die Menschen in dem todkranken Land am Horn von Afrika leben seit 20 Jahren in Armut und Angst. Der Bürgerkrieg, der 1991 ausgebrochen ist, sorgt seitdem für Chaos. Das Fehlen einer staatlichen Ordnungsmacht erschwert die Hilfe für die hungernden Menschen massiv. Seit dem Sturz des Regimes von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 gibt es im größten Teil Somalias keine funktionierenden staatlichen Strukturen mehr. Die Machtkämpfe zwischen den verschiedenen Warlords stürzten das Land in einen anhaltenden Bürgerkrieg. Der treibt nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR jährlich hunderttausende Somalier dazu, ihre Heimat zu verlassen – so auch Warda.

Voller Hoffnung und Stärke

Seit sieben Monaten lebt die junge Frau mit ihrem Ehemann Suhey Adan in einem nur wenige Quadratmeter großen Zimmer im Schwalmstädter Asylbewerberheim am Harthberg. Abenteuerliche und gefährliche Wege liegen hinter ihnen. Zu Fuß und mit dem Bus sind die beiden innerhalb von zweieinhalb Jahren über Äthiopien, den Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland geflohen. Ihre Eltern, die nach Kenia geflüchtet sind, hat Warda seit dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Und trotz des unvorstellbaren Leids, strahlt die junge Frau eine bemerkenswerte Stärke aus. "Die Hoffnung auf ein besseres Leben in Sicherheit habe ich nie aufgegeben", sagt sie in englischer Sprache. Das ist sie ihrem Ehemann und vor allem ihrer ungeborenen Tochter Hayfa schuldig. Die soll am 3. Januar zur Welt kommen und eine unbeschwertere Kindheit genießen dürfen als ihre Eltern.

Das Erlebte von Warda und Suhey Adan steht stellvertretend für das Schicksal der anderen zig-tausend Flüchtlinge. Hessenweit leben rund 2.000 Menschen in Asylbewerberheimen, davon 115 aus 16 Nationen in Schwalmstadt. Seit bereits 20 Jahren organsiert der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde immer kurz vor dem Heiligen Fest eine Weihnachtsfeier. Das ließ am Mittwoch die Menschen am Harthberg ein Stück enger zusammenrücken. Für kurze Zeit konnten die Flüchtlinge bei Musik, Speis und Trank von ihrem Erlebten Abstand gewinnen.

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