Abbau der Melsunger "Give-Box": Ignoranten missbrauchten sie als Müllcontainer.

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Städtische Mitarbeiter beim Abbauen der Give Box am Durchgang zum Dienstleistungszentrum.

Es ist wirklich traurig: Nach nur wenigen Monaten Nutzung wird die Melsunger "Give-Box" nun wieder abgebaut. Schuld daran sind Menschen, die den Sinn des Sozialprojektes wohl nicht verstanden haben.

Melsungen. „Tauschen statt kaufen“ – das war die Idee, die hinter dem Projekt steckte. Im Frühjahr adaptierten vier Schülerinnen der Melsunger Radko-Stöckl-Schule (Jane Chaichan, Pauline Bachmann, Isabel Engel und Johanna Dietzel) die sogenannte Give-Box – die es so in anderen Städten schon gab – für die Bartenwetzer-Stadt.

Jetzt ist das Projekt gescheitert. „Angesichts dessen, dass es uns trotz verstärkter Kontroll- und Pflegeintervalle in den vergangenen beiden Monaten nicht annähernd gelungen ist, die untragbaren Zustände in und um die ‘Give-Box’ auch nur einigermaßen in den Griff zu bekommen müssen wir sie leider abbauen“, sagt Citymanager Mario Okrafka.

Bild vom Juni: Jane Chaichan und Pauline Bachmann sind sichtlich stolz auf ihr soziales Projekt. Mustafa Tajils hat im Rahmen seiner Teilnahme bei „Quatef“ die Konstruktion gebaut. Auch Lehrerin Nicole Cholibois war bei der „Eröffnung“ der Give-Box dabei. Es fehlen: Isabel Engel und Johanna Dietzel, die ebenfalls das Projekt geleitet haben.

Das Prinzip hinter der Give-Box war simpel: Ungenutzte bzw. sehr gut erhaltene Gegenstände, zum Beispiel Geschirr, Kleidung oder Haushaltsgegenstände, können anonym in die Regale der Box gelegt werden. Jeder, der etwas braucht oder schön findet, darf sich bedienen und gegebenfalls selbst etwas hineinlegen. „Damit fördern wir auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und setzen ein Zeichen gegen übermäßigen Konsum“, sagten die Schülerinnen der Radko-Stöckl-Schule damals.

Lob und Unterstützung erhielt das Schülerinnen-Quartett damals von allen Seiten: Die Kreissparkasse und die RSS unterstützten das Projekt finanziell und das Citymanagemanagment machte sich für einen Platz am Dienstleistungszentrum stark.

Jetzt sagt Mario Okrafka sichtlich sauer: „Einige wenige, die das System anscheinend nicht verstanden haben und/oder nicht verstehen wollten, haben das Projekt kaputt gemacht.“ Über Monate hinweg waren in der Give-Box immer wieder Elektroschrott, dreckiges Geschirr, verschmutzte und/oder zerschlissene Wäsche abgelagert worden.

„Alles Dinge, die keiner für die eigene Nutzung aus der Box nehmen würde“, so Okrafka, der es „sehr traurig findet, dass die in einem Land wie Deutschland ein solches soziales, gemeinnütziges und zudem unentgeltliches Angebot – auf das auch einige Leute angewiesen sind – dermaßen ignorant zerstört wird“.

Städtische Mitarbeiter haben die Give Box inzwischen abgebaut.

„Ob die Give-Box an anderer Stelle im Stadtgebiet und unter anderen Regularien wieder aufgebaut werden kann, bedarf nun eines ausführlichen Diskussionsprozesses mit allen Beteiligten“, so Okrafa abschließend.

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