Ärger um Parkplätze in Melsungen

+

Parkplätze „Am Sand“ sorgen für Ärger: Anwohner der Melsunger Innenstadt fühlen sich mit Problem allein gelassen.

Melsungen. Eigentlich sollte die Neugestaltung des Melsunger Parkplatzes "Am Sand" mehr Entspannung in die Altstadt bringen – für Anwohner, Besucher der historischen Stadt und auch für Kunden des Einzelhandels. Doch vor allem Anwohner, wie in der Flämmergasse, fühlen sich durch die Neuregelung benachteiligt. Denn: Der gut frequentierte Parkplatz "Am Sand" ist seit kurzem in zwei Zonen unterteilt. Und dadurch ständig belegt. "Das kann doch nicht sein. Die Stadt verkauft Parkausweise an Bewohner, wohlwissend, dass es keine Parkplätze für uns gibt", sagt Nicole Winkelmann, Anwohnerin der Flämmergasse. Vor allem für die 27-jährige Alleinerziehende sei  die Situation unerträglich: "Ich kann nicht mal für eine Stunde weg, um zum Beispiel meinen Sohn zum Arzt zu fahren. Kaum bewege ich mich, ist mein Platz weg", sagt sie.

"Ja, das stimmt, diese Plätze sind sicherlich schnell weg", sagt Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein auf Anfrage. "Zwei Drittel des neugeregelten Parkplatzes sind Kurzparkplätze, das sind 100. Ein Drittel der Fläche, also 40, sind Langzeitparkern  vorbehalten", erklärt er. Damit sei vor allem für die Einkaufssituation Entlastung geschaffen worden. "Wir sind dem nachgekommen, was der Melsunger Einzelhandel zu Recht gefordert hat. Aber wir werden uns auch mit der Situation für Anwohner  intensiv beschäftigen", betont Boucsein.

Kern des Problems: Zu den Langzeitparkern gehören auch Ganzjahresparkschein-Inhaber, die in der Stadt arbeiten. "Diesen Melsungern werden wir nahe legen, auf die ‘unbeliebten’ Parkplätze am Kessel und auf der Parkpalette auszuweichen. Der Weg ist derselbe. Damit wollen wir den Anwohnern entgegenkommen", sagt der Bürgermeister.

Diese sind mittlerweile verzweifelt: "Wir wissen einfach nicht mehr, was wir tun sollen", sagt Jennifer Abel, ebenfalls Anwohnerin der Flämmergasse. Sie und ihre Nachbarn haben weder Garage noch eigene Stellfläche und sind auf den Sand-Parkplatz angewiesen. Ihren Ärger und ihre Meinung teilen zahlreiche andere Altstadt-Anwohner: Zu viele Parkausweise für zu wenige Langzeit-Parkplätze. Kostenlose Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht.

"Aus der Not  heraus stellen wir uns für einige Minuten mal vor die Tür, zum Beispiel um Einkäufe hochzubringen. Doch da hagelt es sofort Knöllchen", sagen auch Jutta Berger und Marvin Bläsing. "Es interessiert einfach keinen, was wir mit unseren Kindern oder Einkäufen machen. Die Stadt nimmt uns etwas weg, ohne adäquate Alternativen zu bieten", erklärt Berger. Schon mehrfach hätten sich die Anwohner an das zuständige Ordnungsamt gerichtet. Eine Antwort habe es bis heute nicht gegeben. "Dieser Zustand ist eine Katastrophe. Als Anwohner sind wir doch gezwungen, trotz Parkausweises auf den Zwei-Stunden-Plätzen zu stehen und für das Parkticket zu bezahlen", schüttelt die 64-Jährige den Kopf.

"In der Flämmergasse gab es schon immer ein absolutes Halteverbot, das wussten die Anwohner schon früher", so Boucsein. Den Ärger verstehe er trotzdem: "Das Problem Sand-Parkplatz werden wir regulieren. Leider können wir Parkverhalten nicht vorhersehen."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Unter besonderen Bedingungen: Weinlese auf dem Böddiger Berg findet statt

Auch in diesem Jahr werden die Weintrauben auf dem Böddiger Berg geerntet. Die Lese findet am 6. Oktober unter besonderen Bedingungen statt.
Unter besonderen Bedingungen: Weinlese auf dem Böddiger Berg findet statt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.